Anleitung zur Patienteninformation durch das medizinische Personal bei MRSA-Screening

Korrektes Aufklären des Patienten/der Patientin durch das betreuende Personal (Pflege/Ärzte) bei MRSA-Screening (Durchführung der Abstriche, Mitteilung der Resultate und allfällige Massnahmen).

Staphylococcus aureus ist ein häufiger Keim der normalen Hautflora. Er kann aber auch schwere Infektionen (z.B. Haut, Gelenke, Herzklappen) verursachen.

MRSA (= Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus) ist der gleiche Erreger, der aber gegen die wirksamsten Antibiotika resistent ist. Damit sind die Therapiemöglichkeiten eingeschränkt.

Durch das Erkennen von Patienten mit MRSA soll verhindert werden, dass sich der Keim auf andere Patienten ausbreitet.

Der Erreger wird durch Abstriche nachgewiesen. Abstriche werden mit Wattestäbchen von verschiedenen Körperstellen entnommen (Nasenschleimhaut, Rachen, Axilla/Inguina, evtl. Wunden, Urin bei Dauerkatheter).

  • Umgebungsuntersuchung nach Exposition mit MRSA-Patienten (in der Regel Hospitalisation > 24h im selben Zimmer)
  • Aufenthalt in Spital/medizinischer Institution (Akutspital, Rehabilitation, Pflegeheim) im Ausland, Kantone GE, VD, TI > 24h in den letzten 6 Monaten (siehe Richtlinie MRSA, Screening/Indikationen)

Das Resultat liegt in der Regel nach 2 - 4 Tagen vor. Sollte das Resultat bei Austritt noch nicht vorliegen, muss dem Patienten mitgeteilt werden, dass er nur bei einem positiven Resultat benachrichtigt wird.

Kein MRSA-Nachweis

Nach Verordnung der Spitalhygiene

  • Aufhebung der Kontaktisolation
  • Allenfalls Kontrollabstriche nach 5-7 Tagen abhängig von Zeitpunkt/Dauer Expositionsrisiko

MRSA-Nachweis (detaillierte Information durch Spitalhygiene)

  • Zusätzliche hygienische Massnahmen notwendig: Einzelzimmer
  • Keine Einschränkung der notwendigen Abklärungen und Behandlungen
  • Keine Verlängerung der Hospitalisation
  • Evaluation einer Dekolonisierung mit Nasensalbe und Desinfektionsmitteln