Anleitung zur Patienteninformation durch das medizinische Personal bei Screening auf multiresistente Keime (MRSA, VRE, MRGN)

Korrektes Aufklären der Patientinnen/Patienten über Durchführung der Abstriche, Mitteilung der Resultate und allfällige Massnahmen durch das betreuende Personal (Pflege/Ärzte) bei Screening auf multiresistente Keime:

  • MRSA (Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus) und/oder
  • VRE (Vancomycin-resistente Enterokokken) und/oder
  • MRGN (Multiresistente gramnegative Keime)

MRSA (= Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus):

  • Staphylococcus aureus ist ein häufiger Keim der normalen Hautflora. Er kann aber auch schwere Infektionen (z.B. Haut, Gelenke, Herzklappen) verursachen.
  • MRSA ist der gleiche Erreger, der aber gegen die wirksamsten Antibiotika resistent ist. Damit sind die Therapiemöglichkeiten eingeschränkt.

VRE (= Vancomycin-resistente Enterokokken):

  • Enterokokken gehören zur normalen Darmflora.
  • Meist wenig pathogen, jedoch schwere Infektionen bei Immunsupprimierten und Patienten mit chronischen Erkrankungen möglich.
  • VRE weisen Resistenzen gegen die im Normalfall verwendeten Antibiotika auf. Somit sind die Therapieoptionen reduziert.

MRGN (= Multiresistente gramnegative Keime):

  • Enterobacteriaceae (z.B. Escherichia coli, Klebsiella pneumoniae, Enterobacter cloacae...) und Non Fermenter (z.B. Pseudomonas aeruginosa, Acinetobacter baumannii..), die mehrere Resistenzen auf normalerweise verwendete Antibiotikaklassen aufweisen
  • Unterschiedliche Reservoirs: Gastrointestinal- und/oder Urogenitaltrakt, Umgebung
  • Prävalenz weltweit sehr unterschiedlich und dynamisch. In vielen Ländern endemisch.
  • können auch bei gesunden Menschen zu schwerwiegenden Erkrankungen (Harnwegs- und Abdominalinfekte, Bakteriämien, Cholangitis) führen.

Da eine Infektion mit MRSA/VRE/MRGN manchmal schwierig zu behandeln ist, muss alles getan werden, um diese Bakterien zu erkennen und deren Ausbreitung im Spital zu verhindern. Dies kann durch einfache, aber wirksame Hygienemaßnahmen erreicht werden.

Die Erreger werden durch Abstriche nachgewiesen.

Abstriche werden mit Wattestäbchen von verschiedenen Körperstellen entnommen (siehe entsprechende Guideline: Durchführung und Lokalisation der Abstriche auf multiresistente Keime)

 

  • Umgebungsuntersuchung nach Exposition mit MRSA-/VRE-/MRGN-Patienten (in der Regel Hospitalisation > 24h im selben Zimmer)

      oder

Das Resultat liegt in der Regel nach 2 - 4 Tagen vor. Sollte das Resultat bei Austritt noch nicht vorliegen, muss dem Patienten mitgeteilt werden, dass er nur bei einem positiven Resultat benachrichtigt wird.

Kein MRSA-/VRE-/MRGN-Nachweis

Nach Verordnung der Spitalhygiene:

  • Aufhebung der Kontaktisolation
  • Allenfalls Kontrollabstriche, abhängig von Zeitpunkt/Dauer Expositionsrisiko

MRSA-/VRE-/MRGN-Nachweis (detaillierte Information durch Spitalhygiene)

  • Zusätzliche hygienische Massnahmen notwendig: Einzelzimmer
  • Keine Einschränkung der notwendigen Abklärungen und Behandlungen
  • Keine Verlängerung der Hospitalisation
  • Falls MRSA: Evaluation einer Dekolonisierung mit Nasensalbe und Desinfektionsmitteln