Ureaplasma / Mykoplasma

Meist harmlose Erreger

  • Genitale Besiedelung Mycoplasma / Ureaplasma häufig
  • Systemische Komplikationen
  • Symptome bei Immundefizienz / Antikörper-Mangel
    • Pneumonie
    • Arthritis
    • Osteomyelitis
  • Schwere Infekte und Todesfälle bei Neugeborenen

Lokalsierte genitale Syndrome 

  • Urethritis (Ureaplasma)
  • Cystitis / Pyelonephritis / Nierensteine
  • PID (nur M. hominis)
  • Endometritis / Adnexitis
  • Prostatitis (Infertilität selten)

Allgmeine Aspekte 

  • Ureaplasmen gehören zu den Mycoplasmen 
  • Verschiedene U. spezies können pathogen sein (vor allem M. genitalium, auch U. urealyticum)
  • Sehr oft genitale Besiedlung ohne Erkrankung, häufig: M. hominis und U. parvum)
  • Ureaplasma schlecht kultuvierbar --> PCR 
  • Oft auch Ko-Infektionen mit andere NGU-Erregern (z.B. C. trachomatis)

Klinisches Bild unspezifisch

  • Klinik (insbesondere M. genitalium) oft nicht zu unterscheiden von N. gonorrhoeae
    • Urethritis
    • Cervizitis, PID
  • Differentialdiagnose: C. trachomatis / N. gonorrhoeae

Erregernachweis

  • Erregernachweis notwendig bei Immunsuppression / Neugeborenen
    • Frauen: (selbst-durchgeführter) Vaginalabstrich (mögl. 1h nach Miktion)
    • Männer: Meatusabstrich (mögl. 1h nach Miktion)
    • PCR bevorzugt (sensitiver)
  • Nach Behandlung von M. genitalium aufgrund hoher Resistenzraten: Negativkontrolle nach 4-6 Wochen
  • Neue Multi-PCR werden angeboten (zusätzlich U.urealyticum, parvum, M. Hominis, genitalium u.a.m)

    • Weitere Studien zum Einsatz dieser Tests unterwegs

    • Preise noch nicht einheitlich geregelt

    • Relevanz nicht abschliessend geklärt.
      Formulierungsvorschlag Beratung: "Vermutlich kann jede sexuell übertragene Infektion zu Störungen der Fruchtbarkeit führen, sowohl beim Mann (Harnröhre ->Prostata ->Samenwege), als auch bei der Frau (Gebärmutter -> Eileiter-> Eierstöcke). Am besten bekannt und wohl am häufigsten ist die Infertilität bei der Frau als Komplikation der Chlamydien-Infektion. Aber auch diese Komplikation ist relativ selten (ca. 1:100)“.

Syndromische Therapie (ohne Diagnostik) 

  • Wenn N. gonorrhoeae, C. trachomatis, und (insbesondere bei Frauen) T. vaginalis ausgeschlossen sind, lohnt sich ein Therapieversuch ohne weitere Diagnostik
    • Doxycyclin 100 mg BID x7d (bevorzugt)
      oder  
    • Azithromycin 1500 mg einmalig (oder besser zurReduktion von UAW: 1. Tag 500mg, Tage 2-5: 250 mg)

Therapie bei symptomatischer Urethritis mit Nachweis von Mykoplasmen/Ureaplasmen

  • Siehe syndromische Therapie
  • M. genitalium: Hohe Resistenzraten gegen beide 1st-line Antibiotika
    2nd-line: Moxifloxacin 400 mg QD x7-14d (bei klinischen oder PCR-bestätigtem Versagen eines der 1st-line AB)
  • U. urealyticum & M. hominis: 2nd-line: Clarithromycin 500 mg BID x7d

  • KEINE Beta-Laktam-Antibiotika (Myko-/Ureaplasmen sind wegen fehlender Zellwand primär resistent)

Behandlungsindikation bei Asymptomatischen (Screening)

  • Behandlungsnotwendigkeit bei fehlender Symptomatik ist kontrovers.
  • Entscheid KSSG für Studiendauer "STAR":
    • Behandeln:
      • M. genitalium (Erfolgskontrolle nach  4-6 Wochen)
    • Nicht behandeln
      • M. hominis
      • U. parvum
      • U. urealyticum

Quellen

Beachte auch allgemeine Aspekte zu Sexuell übertragbaren Krankheiten

  • HIV / Lues-Testung bei Risikoverhalten
  • Partnerinformation
  • Ev. Hepatitis B Testung und Imfpung