Norovirus

Alle Isolationen müssen der Spitalhygiene gemeldet werden. Kontakt:

Quellen

  • Infizierte/kolonisierte Patienten und Medizinalpersonen
  • Patientenumgebung (Flächen)
  • Virushaltige Tröpfchen (Erbrechen)

Übertragungswege

  • Hände des Personals und erkrankter Patienten
  • Durch virushaltige Tröpfchen beim Erbrechen
  • Indirekt via kontaminierte Flächen und Lebensmittel

Klinischer Verdacht

  • Akuter Brechdurchfall ohne hohes Fieber während 1-3 d
    • Häufig positive Umgebungsanamnese (hoch kontagiös)
    • Inkubationszeit: 12-48 h

Mikrobiologischer Nachweis plus Symptome

  • Positiver Antigentest („Schnelltest“, cave schlechte Sensitivität) oder positive PCR aus Stuhlproben

Zimmermarkierung

  •  Türschild Kontakt-, Tröpfchenisolation rot/gelb

Einrichten Isolation

  • Innerhalb des Zimmers oder vor dem Zimmer
    • Chirurgische Maske, Handschuhe, Überschürzen, Händedesinfektionsmittel (norowirksam),
    • Flächendesinfektionsmittel (norowirksam), Reinigungs-, Desinfektionstuch

Neu eintretende Patienten

  • Einzelzimmer
  • Kohortierung möglich

Auftreten während der Hospitalisation

  • Mitpatienten im Isolierzimmer belassen und Isolationsmassnahmen im ganzen Zimmer durchführen (Wahrscheinlichkeit gross, dass Mitpatienten bereits angesteckt sind)
  • Falls von Bettensituation her möglich, allenfalls nicht erkrankten Patienten in anderes leeres Patientenzimmer unter Einhaltung der Isolationsmassnahmen verlegen
  • Standardmassnahmen
  • Handschuhe, Überschürze, chirurgische Maske
    • Indikationen: Patientenkontakt, Reinigung von Erbrochenem/Stuhl, Flächendesinfektion (Reinigungspersonal)
    • Anwendung: Vor oder im Zimmer anziehen, vor Verlassen des Zimmers entsorgen, Händedesinfektion nach Verlassen des Zimmers

Allgemein

  • Instruktion in korrekter Händehygiene speziell nach dem WC-Gang/Erbrechen (Händewaschen oder Händedesinfektion)

Aufenthalt ausserhalb des Patientenzimmers

  • Kein Aufenthalt in Räumlichkeiten ausserhalb des Patientenzimmers
  • Beim Gang ins Freie Tragen einer chirurgischen Maske

Untersuchungen/Eingriffe ausserhalb Patientenzimmer

  • Keine Einschränkung medizinisch notwendiger diagnostischer Untersuchungen oder Therapien
  • Information an Zielabteilung/Untersucher/Transportdienst
  • Patiententransporte
    • Bett: Vor Transport Desinfektion Kopf-, Fussteil
    • Begleitung: Handschuhe und chirurgische Maske mitnehmen und bei Erbrechen oder Patientenkontakt anziehen
  • Untersuchungsbereiche
    • Handschuhe, Überschürze, chirurgische Maske bei Patientenkontakt, bei der Reinigung von Erbrochenem/Stuhl und bei der Flächendesinfektion (Reinigungspersonal)
    • Flächendesinfektion aller Flächen/Gegenstände mit Patienten-, und Personalkontakten
  • Über Erkrankung informieren, Zurückhaltung mit Besuchen
  • Chirurgische Maske
  • Händedesinfektion bei Verlassen des Zimmers (Instruktion durch Pflegepersonal über korrekte Durchführung)

Flächendesinfektion

Tägliche Zimmerdesinfektion

Verbrauchsmaterial, Geräte, Gegenstände, Instrumente

  • Material, Geräte patientenbezogen verwenden
  • Desinfektion von Gegenständen, welche aus dem Zimmer gebracht werden
  • Reguläre Aufbereitung von Instrumenten

Abfall/Wäsche/Geschirr

  • Abfall/Wäsche
    • Stark kontaminierte, sichtbar verschmutze Wäsche: In flüssigkeitsdichtem Wäschesack im Zimmer sammeln, weiter gemäss regulärem Ablauf
    • Übrige Wäsche und Abfall: Regulärer Ablauf
  • Geschirr: Regulärer Ablauf (Händedesinfektion beachten)

Aufhebung Isolation

  • Wird durch die Spitalhygiene festgelegt
    • 24 h Symptomfreiheit (48 h bei Immunsupprimierten und in Ausbruchsituationen)

Schlussdesinfektion

Zimmer

Geräte/Gegenstände

  • Desinfektion aller Gegenstände im Zimmer durch Pflegepersonal bzw. Reinigungspersonal gemäss lokaler Regelung (SRFT: Siehe Schnittstellenkatalog)

Bettinhalte

  • Duvet/Kopfkissen
    • Waschbar: Waschen bei 60°C, keine spezielle Kennzeichnung notwendig
    • Desinfizierbare Oberfläche (z.B. Sleep Angel ®): Wischdesinfektion

Bei gehäuftem Auftreten (Patienten und/oder Personal) auf einer Abteilung muss die Spitalhygiene informiert werden, welche zusammen mit der Abteilung das weitere Vorgehen festlegt.

  • Ausbrucherfassung: Erstellung von Patienten- /Personallisten (Druck Meldeliste)
    • Auslösung: Spitalhygiene
    • Erstellung: Pflegepersonal der Abteilung
  • Massnahmen
    • Kohortierung erkrankter Patienten
    • Tägliche Desinfektion der gesamten Abteilung mit norowirksamem Flächendesinfektionsmittel
    • Aufnahmestopp in Abhängigkeit von Ausmass des Ausbruchs und Personalsituation
  • Personalzuteilung
    • Nach Möglichkeit Trennung bei der Betreuung von Erkrankten und nicht Erkrankten
    • Personaltausch mit anderen Abteilungen vermeiden (Springer/Nachtwache)
  • Aufhebung der Massnahmen
    • 48 h nach der letzten Entisolation
  • Information/Kommunikation durch Spitalhygiene

Erkrankung

Arbeitsbeschränkung

Dauer/Bemerkungen

Akut (Durchfall und zusätzliche Symptome)

Kein Kontakt mit PatientInnen, kein Umgang mit Lebensmitteln

Dauer der Infektion, bis asymptomatisch

Chronisch

Gemäss Resultaten ärztlicher Abklärung

 

Norovirus

Arbeitsausschluss nur bei Symptomen, nicht nach Exposition

Dauer der Infektion, bis asymptomatisch plus 24 h

  • Noroviren: Biologische Merkmale, Epidemiologie, Klinik, Prävention, Empfehlungen zum Ausbruchmanagement, BAG, 2005.