Probengewinnung, Asservierung und Transport

  • Präanalytische Prozesse gerade bei Mikrobiologischer Diagnostik oft entscheidend
  • Dokumentation der Transportbedingungen auf Laborauftrag (z.B. VTM, RT)
  • Optimale Transportbedingungen abhängig von Fragestellung und gewählter Methodik

Indikation

  • Diagnostik Chlamydien/Gonokokken (Frauen: Sensitivität für NG nur ca. 55%!)
  • Bei Frauen ist grundsätzlich der selbst durchgeführte Vaginalabstrich aufgrund der höheren Sensitivität vorzuziehen.
  • Zu Screeningzwecken ist der Urethralabstrich wegen der Möglichkeit der gleichzeitigen klinischen Inspektion der Urindiagnostik vorzuziehen! Bei MSM kann er zudem aus Kostengründen mit eSwabs aus Anus und Pharynx kombiniert werden. Auch wenn (am KSSG sehr selten) ein ärztlich durchgeführter Abstrich abgelehnt wird, ist Meatus-Selbstabstrich immer noch erheblich sensitiver als die Urin-PCR.
  • Primär PCR (Multiplex), bei Bedarf aus derselben Probe auch NG-Kultur möglich

Material

  • Steriler Urinbecher

Probenentnahme / Technik

  • Probenentnahme mindestens eine Stunde nach letzter Miktion
  • Instruktion Patient wichtig: Erster Tropfen Urin erwischen und dann bis max. 20 ml auffüllen
  • Transport im Urinbecher resp. Vacutainer

Indikation

  • Urethritis (Urogenitalerreger-PCR, Kultur)
  • Screening STD (NG/CT-PCR)
  • Prostatitis

Material

  • Virustransportmedium mit "Mini-Tip" (s.u.) Abstrich (eSwab®)
  • Aus demselben Röhrchen PCR und Kultur möglich
  • Aus Kostengründen können bei asymptomatischen Patienten die Abstriche "gepoolt" werden. Dazu wird der Tupfer aus dem roten (=Standard) Röhrchen für erst für den Pharyngealabstrich, und - anschliessend (!) - für den Analabstrich benutzt. Der Tupfer wird dann gemeinsam mit dem extra-dünnen Tupfer für den Urethralabstrich im selben Röhrchen deponiert, das andere Röhrchen wird entsorgt.

  • Bei Patienten mit urethraler Symptomatik erfolgt der Uretrhalabstrich immer separat.

Probenentnahme / Technik

  • Wenn möglich mind. 1 h nach letzer Miktion
  • Dünnen Abstrichtupfer in Urethra einführen. Um Schmerzen zu reduzieren kann der Tupfer mit Kochsalzlösung angefeuchtet werden. Einige Experten berichten jedoch über eine hierdurch verursachte reduzierte Sensitivität.
    • Männer: Tupferspitze sollte nicht mehr zu sehen sein
    • Frauen: siehe Vaginalabstrich
  • Rotation mindestens 2s
  • Tupfer rasch rausziehen und direkt ins Transportmedium geben

Indikation

Material

  • Virustransportmedium mit "Mini-tip" Abstrich (eSwab®, s.u.)
  • Aus demselben Röhrchen PCR und Kultur möglich

Probenentnahme / Technik

  • Sorgfältige Instruktion der Patientin (s. Flyer)
    • Hände desinfizieren
    • Röhrchen vorbereiten (öffnen)
    • Tupfer aus Sterilverpackung nehmen
    • Mit einer Hand Schamlippen spreizen
    • Mit anderer (dominanter) Hand Tupfer 4-5 cm in Vagina einführen
    • mit rotierender Bewegung (10-20 sec.) in allen Richtungen Scheidenwand abstreichen
    • Tupfer in Röhrchen geben und abbrechen (Sollbruchstelle)
    • Röhrchen verschliessen und Transport ins Labor

Indikation

  • Eigentlich selten notwendig, ev. vor PAP-Abstrich
  • Gonorrhoe, Chlamydien (Vaginalabstrich vorzuziehen)
  • STD-Screening bei Risikopatientinnen

Material

  • Virustransportmedium mit "Mini-tip" (s.u.) Abstrich (eSwab®)
  • Aus demselben Röhrchen PCR und Kultur möglich

Probenentnahme / Technik

  • Abstrich vor PAP-Abstrich durchführen
  • Cervix mit Spekulum einstellen
  • Mit Schwämmchen oder Wattestäbchen Cervix von Sekret befreien
  • Abstrich 1-2 cm in Cervikalkanal einführen und mind. 360° rotieren

Indikation

  • Chlamydien, Gonokokken

Material

  • Transportmedium mit "Standard-Tip" (s.u.) Abstrich (eSwab®)
  • Aus demselben Röhrchen PCR und Kultur möglich
  • Aus Kostengründen können bei asymptomatischen Patienten die Abstriche "gepoolt" werden. Dazu wird der Tupfer aus dem roten (=Standard) Röhrchen zuerst für den Pharyngealabstrich, und - anschliessend (!) - für den Analabstrich benutzt. Der Tupfer wird dann gemeinsam mit dem extra-dünnen Tupfer für den Urethralabstrich im selben Röhrchen deponiert, das andere Röhrchen wird entsorgt. Im Bemerkungsfeld ist dafür "plus pharyngeal/anal" einzutragen.

    Bei Patienten mit urethraler Symptomatik erfolgt der Uretrhalabstrich immer separat

Probenentnahme / Technik

  • Sorgfältige Instruktion des Patienten (s. Flyer)
    • Kein Gleitmittel oder Lokalästhetikum verwenden
    • Abstrichtupfer mit drehender Bewegung (eine Dreh-Richtung) anal einführen
    • Mind. 3-4 cm einführen (Watte nicht mehr sichtbar!)
    • Mit Drehbewegung 2-3 Sekunden Anuswand abstreichen
    • Tupfer Im Transportmedium eSwab-Transportmedium versenden.

Indikation

  • Chlamydien, Gonokokken

Material

  • Virustransportmedium mit "Standard-Tip" (s.u.) Abstrich (eSwab®)
  • Aus demselben Röhrchen PCR und Kultur möglich
  • Aus Kostengründen können bei asymptomatischen Patienten die Abstriche "gepoolt" werden. Dazu wird der Tupfer aus dem roten (=Standard) Röhrchen für erst für den Pharyngealabstrich, und - anschliessend (!) - für den Analabstrich benutzt. Der Tupfer wird dann gemeinsam mit dem extra-dünnen Tupfer für den Urethralabstrich im selben Röhrchen deponiert, das andere Röhrchen wird entsorgt. Im Bemerkungsfeld ist dafür "plus pharyngeal/anal" einzutragen.

    Bei Patienten mit urethraler Symptomatik erfolgt der Uretrhalabstrich immer separat.

Probenentnahme / Technik

  • Sorgfältige Instruktion des Patienten (s. Flyer)
    • Hände desinfizieren, sterile Tupfer vorbereiten
    • Ein Würgreflex ist obligat, ansonsten ist Technik zu wenig gründlich
    • Rachenhinterwand grossflächig abstreichen
    • Mit Abstrichröhrchen grossflächig Tonsillen abstreichen (bds.)

Indikation

  • Respiratorische Viren, Influenza

Material

  • Virustransportmedium (eSwab®) flexiblem NPS-Abstrich (s.u.) Abstrich

Probenentnahme / Technik

  • Patient einmal normal Nase schneuzen
  • Kopf mit nicht dominanter Hand im Nacken abstützen, leicht nach hinten neigen
  • Patient soll Augen schliessen um sich zu entspannen
  • Mit anderer Hand Abstrich fast horizontal in die Nase dem Septum entlang einführen
  • Langsam vorschieben (ca. 8-10 cm) bis Tupfer an Rachenhinterwand ansteht (leicht "federnd")
  • Tupfer jetzt 10-15 sec rotieren und dann zügig zurückziehen
  • Im Transportmedium versenden

Video:

Indikation

  • Respiratorische Viren, Influenza

Material

  • Virustransportmedium (eSwab®)

Probenentnahme / Technik

  • Tupfer mit leichter Drehung bis zur Nasenmuschel vorschieben
  • einige Male gegen die Nasenwand drehen, herausziehen

Video

 

eSwab®

  • eignet sich zur Untersuchung mittels PCR und Kultur aus demselben Röhrchen
  • Flockfaser zur besseren Aufnahme von zellulärem Material
  • Verschiedene Abstrichtupfer je nach Lokalisation

Unterschiedliche Tupfer je nach Material

  • Capture Cap nur für Standard- Tupfer (hygienische Entnahme im Labor)

  • Tupfer und Transportmedium steril verpackt

Quelle: http://www.hain-lifescience.de

Diagnostik STD