Cystische Fibrose (CF) / Bronchiektasen / chronische Besiedelung des Bronchialsystems mit Pseudomonas

Grundlagen

CF-Patienten bilden aufgrund eines Gendefektes in den mukösen Drüsen vermehrt Schleim, welcher eine erhöhte Viskosität aufweist. Dieser kann nur schlecht oder gar nicht abtransportiert werden. Der in den Bronchien zurückbleibende Schleim ist ein guter Nährboden für Bakterien und Viren. Diese vermehren sich und es kommt zu einer chronischen Entzündung.

Im Verlauf der Erkrankung treten zunehmend Besiedlungen und Infektionen mit opportunistischen Keimen auf, bei welchen im Verlauf aufgrund der notwendigen rezidivierenden antibiotischen Therapien auch multi- oder panresistente Keime selektioniert werden. Dazu gehören insbesondere:

  • Pseudomonas aeruginosa
  • Burkholderia cepacia
  • Stenotrophomonas maltophilia
  • Achromobacter xylosoxidans

Übertragungswege und Vorgehen

  • Die Übertragung der Keime erfolgt hauptsächlich via direkten Kontakt und bei Husten via Tröpfchen. Immunkompetentes medizinisches Personal erkrankt in der Regel nicht an diesen Erregern.
  • Die Art der Massnahmen wird von der Spitalhygiene/der Pneumologie individuell für jeden Patienten basierend auf untenstehenden Definitionen festgelegt und im elektronischen Patientenmanagementsystem bzw. auf dem Deckblatt der Krankengeschichte festgehalten.
  • Die Dauer der zusätzlichen Massnahmen/Isolation ist grundsätzlich zeitlich unlimitiert, über allfällige Ausnahmen entscheidet die Spitalhygiene abhängig von der Klinik und den mikrobiologischen Befunden.

Unter Standardmassnahmen werden die im Folgenden beschrieben Massnahmen im Umgang mit allen Patienten verstanden. Die Händedesinfektion, der Umgang mit Handschuhen, chirurgischer Maske, Schutzbrille und Überschürze wird im Rahmen der Standardmassnahmen und bei Kontaktisolationen gleich durchgeführt:

  • Hygienische Händedesinfektion: Korrekte Durchführung der Händedesinfektion nach den 5 Indikationen der WHO
  • Handschuhe: Bei Kontakt der Hände mit Körpersekret/-flüssigkeit
  • Chirurgische Maske/Schutzbrille: Bei Kontakt des Gesichts mit Körpersekret/-flüssigkeit
  • Überschürze: Bei Kontakt des Körpers/der Arme mit Körpersekret/-flüssigkeit

Hustenregel (Personal und Patienten):

  • Papiertaschentuch/Kosmetiktuch benutzen (nicht in die Hände husten/niesen)
  • Nach Entsorgen des Taschentuchs hygienische Händedesinfektion
  • Falls kein Papier(-Taschentuch) in der Nähe, in Ellenbeuge husten/niesen

Details siehe Richtlinie "Standardmassnahmen", Übersicht siehe "Poster Standardmassnahmen"

Alle CF-Patienten

  • Möglichst direkt ins Sprechzimmer führen, Wartezeiten vermeiden oder separater Wartebereich
  • Abstand zu anderen Patienten mindestens 1 Meter (Tröpfchenübertragung)
  • Körperkontakt von CF-Patienten untereinander vermeiden
  • Nach der Konsultation oder Untersuchungen (inkl. Lungenfunktion) erfolgt eine Wischdesinfektion der Patientenkontaktflächen

Abhängig von Erregern und Resistenz (Definitionen)

Kein Nachweis von panresistenten Keimen

Reihenfolge der Sprechstunde:

  1. Patienten ohne Pseudomonas oder Burkholderia
  2. Patienten mit Pseudomonas ohne Multiresistenz
  3. Patienten mit Pseudomonas mit Multiresistenz oder Burkholderia cepacia

Nachweis von panresistenten Keimen

  • Am Schluss der Sprechstunde aufbieten
  • Kontaktisolation

Abhängig von Erregern und Resistenz (Definitionen)

  • Grundsatz
    • Nicht im selben Zimmer mit anderen CF-Patienten oder Patienten mit respiratorischen Infekten
  • Ohne Nachweis von Pseudomonas aeruginosa
    • Nicht im selben Zimmer mit Patienten, bei denen Pseudomonas aeruginosa nachgewiesen wurde
  • Mit Nachweis von Pseudomonas aeruginosa oder Burkholderia cepacia
    • Nicht im selben Zimmer Patienten mit Immunsuppression, offenen Wunden oder Tracheostoma
  • Mit Nachweis von panresistenten Keimen
    • Kontaktisolation