HIV-PEP bei Sexualdelikt

Kontakt bei Fragen

  • Mo – Fr von 08.00 bis 17.00 ► Tel. 071 494 1028
  • Nachts + Wochenende ► Konsiliardienst Infektiologie: Tel. 071 494 1122

HIV-PEP = PEP zur Verhinderung einer HIV-Infektion

Eine Vergewaltigung stellt eine potentielle Exposition gegenüber Krankheitserreger-haltigem Sperma dar. Eine Postexpositionsprophylaxe (= PEP) kann eine Infektion verhindern.Je früher damit angefangen wird, desto besser ist die Wirkung der Prophylaxe. Bereits nach 24 bis 36 Stunden ist der Nutzen einer PEP fraglich. Eine vollständige PEP dauert 4 Wochen.

Entscheidungskriterien

  • wenn eine Exposition (vaginaler GV, analer GV, oraler GV mit Ejakulation in den Mund) stattgefunden hat ► PEP-Start sofort
  • wenn keine Exposition (s. oben) stattgefunden hat ► keine HIV-PEP durchführen
  • wenn Exposition mehr als 48 Sunden zurückliegt ► keine HIV-PEP durchführen!

⇒ Bei Sexualdelikten wird HIV-PEP grundsätzlich angeboten, auch bei unbekanntem HIV-Status

Abgabe 1 "Starterpackung HIV-PEP" (enthält je 2 Tabletten Truvada® und Isentress®)

  • sofort 1 Tablette Truvada + 1 Tablette Isentress einnehmen
  • nach 12 Stunden nochmals 1 Tablette Truvada und 1 Tablette Isentress einnehmen

Bei PEP Start am Wochenende ► zusätzlich Abgabe von 1 bis 2 "Überbrückungspackung(en) HIV-PEP" (enthält je Packung 2 Tabl. Truvada®), davon:

  • erste Tablette Truvada® 24 (18-26) Stunden nach PEP-Start einnehmen
  • anschliessend 1 Tablette Truvada alle 24 Stunden einnehmen

Weiterführung der PEP

  • Am nächstfolgenden regulären Arbeitstag Besprechung mit Kaderperson Infektiologie
  • Entscheid zur Weiterführung abhängig von Sexualkontakt und Kenntnis Serostatus Vergewaltiger
  • Falls Anzeige erstellt wurde, wird HIV-Test beim Täter durchgeführt und Resultat kann durch Opfer abgefragt werden (info mail 1. Staatsanwalt Nov 16)

Ablauf

  • Beratung + Entscheid bezüglich Weiterführung der HIV-PEP gleichentags oder am nächsten Arbeitstag durch einen Infektionsspezialisten in der Infektiologische Sprechstunde ( Haus 22). Dort auch Besprechung bezüglich Hepatitis-Risiko (ggf Abnahme Serologien, HBV- Impfung)
    • Terminvereinbarung durch die betroffene Person selbst ► Tel. 071 494 1028
    • falls vorhanden ► Impfpass auf Infektiologie mitbringen
  • Formular „Checkliste Sexualdelikt Infektiologie“ ausfüllen ► per e-mail an infektiologie@kssg.ch

Patienten-Information zu PEP

► „Merkblatt zur Nachbetreuung“ (wird derzeit überarbeitet und verlinkt, sobald verfügbar) abgeben

  • Tabletten-Einnahme nüchtern oder mit dem Essen
  • kein Unterbruch ohne Rücksprache mit dem Infektionsspezialisten
  • mögl. Nebenwirkungen: Übelkeit, Bauchbeschwerde, Kopfschmerzen
  • keine wesentlichen Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten