Gentamicin

  • Langsam infundieren (über eine Stunde)
  • Gentamicin wird meist -aufgeteilt in mehrere Tagesdosen- synergistisch gegeben.
  • Bestimmung von Talspiegeln empfohlen (ins. bei Niereninsuffizienz, Interaktionen
     

Erwachsene

  • praktisch nur noch Einmaldosierung mit 3mg/kgKG alle 24 h i.v
  • Talspiegel vor der 5. Dosis (falls im Zielbereich und Kreatinin stabil, danach 1x/Woche)
    • bei jeder Dosis oder Intervalländerung wieder Spiegel vor der 5. Dosis
  • Ziel des Talspiegels:
    • bei Einmaldosierung: < 1mg/l
  • Bei Patienten mit Niereninsuffizienz kann initial die volle Dosis gegeben werden, anschliessend Dosisreduktion nach Krea-Clearance

Kinder

  • 7.5mg/kg alle 24h, Spiegelbestimmung vor der 3ten Dosis
  • Bei Endokarditis 1mg/kg alle 8h

Neugeborene

  • 5mg/kg, Spiegelbestimmung 22 Std. nach der ersten Gabe

Für KSSG

Die Indikation für die Aminoglykoside spielt eine entscheidende Rolle in der Dosierung v.a. bei Haemodialyse-Patienten.

Wenn es um eine synergistische Funktion geht, wie beim Gentamicin, das bei grampos. Bakterien meist synergistisch zu einem Betalaktam hinzugegeben werden, dann soll die Dosis jeweils nach HD gegeben werden (wäre dann bei Tobramycin analog zu Gentamicin).

Wenn es aber um eine gezielte therapeutische Applikation bei resistenten gramnegativen Keimen geht, dann soll die Dosis jeweils höher dosiert aber dafür vor der HD gegeben werden, damit hohe Spitzenspiegel erreicht werden, und danach aber das Aminoglykosid auch wieder rausgewaschen wird, um die Toxizität zu vermeiden.

In solchen Fällen empfiehlt sich die BEstimmung von Spitzenspiegel und Talspiegel und eine Rücksprache mit der Infektiologie.

 

Krea-Clearance

Hämodialyse

Hämofiltration

Sonstiges (Spiegelbestimmungen!)

 

>50

30- 50

10- 30

< 10

 

 

 

Gentamicin

3mg/kgKG alle 24h50% der Dosis pro 24h30% der Dosis pro 24h30% der Dosis pro 48h30%/24h an Dialysetagen nach HD (Synergistische Gabe)50%/24h 

Tobramycin

5-7mg/kgKG alle 24h

 

100% Dosis alle 48h

 

100% Dosis alle 48h100% Dosis alle 72h

3.5mg/kgKG 2h VOR HD (falls therap. Serumkonz.erwünscht)

(falls synergistisch, dann wie Gentamicin dosieren)

100% Dosis alle 48hBei CF Patienten höhere Dosierungen empfohlen, zwischen 8-10mg/kg KG bei normaler Nierenfunktion!
Amikacin15mg/kgKG alle 24h7.5 mg/kgKG alle 24h4 mg/kgKG alle 24h4 mg/kgKG alle 48h50% der Dosis 2h VOR HD (falls therap. Serumkonz.erwünscht)7.5mg/kg/24hbei CF Patienten mit normaler Nierenfunktion 30 mg/kgKG alle 24h

 

Nebenwirkungen

  • Neuromuskuläre Blockade bei schneller Infusion
  • Nephrotoxität bei sehr hohem Serumspiegel, reversibles Nierenversagen möglich (Harnzylinder sind ein besserer Indikator für Nephrotoxizität als Kreatinin)
  • Ototoxizität bei sehr hohem Serumspiegel (irreversibel). 1/3 der Fälle cochleär mit Schwerhörigkeitfür hohe Frequenzen, in der Regel keine Taubheit). 2/3 der vestibuär mit Tinnitus als typischer Manifestation
  • 1x tägliche Dosierung Reduziert nephro- und Ototoxizität

Interaktionen

  • Amphotericin B, Cephalothin, Cyclosporin, Enfluran, Methoxyfloran, NSAID, Polymycin B, Kontrastmittel, Vancomycin (erhöhte Nephrotoxizität)
  • Cisplatin (erhöhte Nephro- und Ototoxizität)
  • Schleifendiuretika (↑ Ototoxizität)
  • Neuromuskulär blockierende Medikamente, Magnesiumsulfat (vermehrt Apnoe, verlängerte Muskellähmung)
  • Nicht polarisierende Muskelrelaxantien (verstärkt Apnoe)
  • Inkompatibel mit Betalaktam-Antibiotika wenn zugleich i.v. verabreicht, Erythromycin, Chloramphenicol, Furosemid,Natium-Bikarbonat

Kontraindikationen

  • Myasthenia gravis (neuromuskuläre Blockade, Atemlähmung), Innenorschäden
  • Antidot bei neuromuskulärer Blockade: Calciumglukonat

Schwangerschaft / Stillzeit

  • Kategorie D (plazentagängig)
  • Halbwertszeit 2,5h
  • Vorwiegend renale Elimination, kaum Metabolisierung, hohe Anreicherung im Urin
  • Erhöhtes Verteilungsvolumen bei Ödemen, Ascites, Verbrennungen, Zystischer Fibrose (ggf. Dosiserhöhung)
  • Geringeres Verteilungsvolumen bei Dehydratation, Adipositas (ggf. Dosisreduktion)
  • Liqurgängigkeit ohne Infammation 0% , mit Inflammation 20% (bei ZNS-Infektionen intrathekale Gabe)
  • Gallengängigkeit 30%

Wirkung

  • Aminoglycosid
  • Bakterizid
  • Hohes Resistenzpotential (P. aerugenosa)

Indikation

  • Kombinationstherapie schwerer Infektionen: Harnwegsinfektionen, Endokarditis, Sepsis, Meningitis, Osteomyelitis
  • Lokale Gabe bei Augeninfektionen, infizierten Wunden, Knochen- und Weichteilinfektionen (als Kette)

Formen / Preis

  • Kurzinfusion 80mg (Garamycin®)
  • Creme 0,1% (Garamycin®)
  • Creme (mit Betametason, Diprogenta®,Triderm®)
  • Schwamm (Garamycin®)
  • Augentropfen (Dexagenta®)
  • Kette (Septopal®)

Quellen

  • The Sanford Guide 2013
  • Cunha BA, Antibiotic Essentials 2012
  • Karow T, Lang R, Pharmakologie und Toxikologie 2014
  • www.compendium.ch