Sondennahrung – Enterale Ernährung

Sondennahrung stellt für viele potenziell pathogene Keime ein gutes Nährmedium dar. Durch Einhalten der entsprechenden hygienischen Massnahmen kann eine Kontamination bei der Zubereitung und Verabreichung verhindert werden.

Die wichtigsten Massnahmen zur Infektprävention:

  • Standardmassnahmen
  • Reduktion der Risikofaktoren für eine Kontamination der Nahrung oder der Sonde:
    • Hände der Mitarbeiter (korrekte Händedesinfektion)
    • Kontaminierte Arbeitsflächen
    • Nicht adäquat aufbereitetes Zubehör
    • Zu lange verwendete Applikationssysteme

KSSG:

SR RWS:

  • Details siehe Konzept Sondenernährung SR RWS unter Pflegestandards (Link kopieren und im Explorer einfügen)
    \\sg.hcare.ch\store\SRRWS Public\5PFMT_S\01_Pflege_&_MTT\04_Standards_Weisungen_Betriebskonzepte\Standards\1_Pflegestandards\Sonden\Standard Sondenernaehrung.pdf

Unter Standardmassnahmen werden die im Folgenden beschrieben Massnahmen im Umgang mit allen Patienten verstanden. Die Händedesinfektion, der Umgang mit Handschuhen, chirurgischer Maske, Schutzbrille und Überschürze wird im Rahmen der Standardmassnahmen und bei Kontaktisolationen gleich durchgeführt:

  • Hygienische Händedesinfektion: Korrekte Durchführung der Händedesinfektion nach den 5 Indikationen der WHO
  • Handschuhe: Bei Kontakt der Hände mit Körpersekret/-flüssigkeit
  • Chirurgische Maske/Schutzbrille: Bei Kontakt des Gesichts mit Körpersekret/-flüssigkeit
  • Überschürze: Bei Kontakt des Körpers/der Arme mit Körpersekret/-flüssigkeit

Hustenregel (Personal und Patienten):

  • Papiertaschentuch/Kosmetiktuch benutzen (nicht in die Hände husten/niesen)
  • Nach Entsorgen des Taschentuchs hygienische Händedesinfektion
  • Falls kein Papier(-Taschentuch) in der Nähe, in Ellenbeuge husten/niesen

Details siehe Richtlinie "Standardmassnahmen", Übersicht siehe "Poster Standardmassnahmen"

Industriell gefertigte Produkte (Beutel/Flasche)

  • Hygienische Händedesinfektion
  • Beutel/Flasche unter aseptischen Bedingungen öffnen
  • Überleitbesteck unter aseptischen Bedingungen anschliessen
  • Maximaler Applikationszeitraum 24h

Pulverisierte Nahrung

  • Wischdesinfektion der Arbeitsfläche
  • Hygienische Händedesinfektion
  • Beutel mit desinfizierter oder steriler Schere aufschneiden
  • Pulver in Messbecher geben, Flüssigkeit (siehe Container Flüssigkeiten) hinzufügen und mit dem Schwingbesen gut verrühren  (Spülmaschinen gereinigte Utensilien)
  • Zubereitete Nahrung in den sterilen Leerbeutel füllen
  • Maximaler Applikationszeitraum der zubereiteten Nahrung 24h

Sonde, Nahrungsbeutel/-Flasche, Überleitbesteck

Umgang

  • Wenn möglich nach der Verabreichung Beutel/Flasche/Überleitbesteck nicht von der Sonde trennen (Spülung nach Applikation via Zuspritzventil)
  • Bei Dekonnektion wegen Mobilität des Patienten
    • Besteckansatz in Zuspritzventil stecken, leeren Beutel mit dem Sondenbesteck im Zimmer belassen. Neuen Sondennahrungsbeutel bei nächster Verabreichung anhängen
    • Magensonde mit Verschlussdeckel verschliessen (vorherige alkoholische Desinfektion)

Wechsel Überleitbesteck

  • Nach 24h oder bei Kontamination der Anschlussstelle

Leerbeutel

Zusätzliche Flüssigkeitsgabe

Grössere Flüssigkeitsmengen können über den Leerbeutel verabreicht werden

  • Leerbeutel mit einem separaten Überleitbesteck benutzen
  • Bei Nichtgebrauch Beutel entleeren, Besteckansatz in Zuspritzventil stecken

Wechsel Leerbeutel/Überleitbesteck

Bei Verabreichung von

  • Wasser: Nach 3 Tagen
  • Tee: Nach 24h

Flüssigkeiten zur Spülung der Sonde, Verabreichung von Arzneimitteln, als zusätzliche Flüssigkeitsgabe sowie zur Zubereitung pulverisierter Nahrung:

Mineralwasser ohne Kohlensäure

  • Alle Patienten mit Magensonden
    • Intensivpatienten/Pat. mit schwerer Immunsuppression max. 24h
    • Übrige Patienten max. 48h
  • Keine Verabreichung bei Patienten mit Duodenal-, Jejunalsonden

Leitungswasser

Kühles Leitungswasser (frisches Trinkwasser)

  • Alle Patienten mit Magensonden
  • Keine Verabreichung bei Patienten mit Duodenal-, Jejunalsonden

Abgekochtes Leitungswasser

  • Alle Patienten (via Magensonden und Duodenal-, Jejunalsonden)

Aqua dest oder NaCl 0,9%

  • Alle Patienten (via Magensonden und Duodenal-, Jejunalsonden)
  • Aqua dest: Osmolarität beachten, nicht in grösseren Mengen zur zusätzlichen Flüssigkeitsgabe verwenden!

Tee zuckerfrei

  • Keine Verabreichung bei Intensivpatienten und Pat. mit schwerer Immunsuppression
    • Frische Zubereitung mit kochendem Wasser, Standzeit max. 6 Stunden
    • Kein Schwarztee: Verfärbung/Ablagerungen an der Sonde, Sichtkontrolle nicht mehr möglich (bevorzugt Fenchel oder Kamille)
ProduktWechsel / Handhabung

Sondennahrungsbeutel/Flasche

  • Maximale Applikationszeit 24 h

Aufwärmen der Sondenkost

  • Im Wasserbad bei max. 40°C 
    (wegen ungleichmässiger Erwärmung nicht in der Mikrowelle)
  • Neues Überleitbesteck anschliessen

Verschlusskappe für Sondennahrungsbeutel

  • Einmalige Verwendung zur Aufbewahrung der Sondenkost im Kühlschrank

Überleitbestecke

  • Schwerkraftüberleitsystem
  • Pumpenüberleitsystem 200 cm

Wechsel

  • Nach 24 h
  • Bei ausschliesslicher Gabe von Leitungswasser über den Leerbeutel nach 3 Tagen

Leerbeutel

Wechsel

  • Nach 3 Tagen bei Gabe von kaltem Leitungswasser
  • Nach 24h bei Gabe von Tee oder pulverisierter Sondenkost

Verschlussdeckel Magensonde

  • Vor Verschluss desinfizieren (alkoholisches Hautdesinfektionsmittel)

Ventil zur Arzneimittelapplikation bei Magensaftableitung

 

  • Wechsel bei sichtbarer Verschmutzung
  • Wechsel 1x/Woche

Blasenspritze/EnLock-Spritze zur Lagekontrolle

  • Trocken und staubfrei lagern (im Patientenzimmer)
  • Entsorgen bei sichtbarer Verschmutzung oder nach 1 Woche

Enlock-Spritzen zur Arzneimittelverabreichung oder zur Refluxkontrolle

  • Nach Gebrauch entsorgen

Tablettenknuser/-Mörser

  • Nach Gebrauch heiss abwaschen, trocken aufbewahren