Flächenreinigung/-desinfektion

Konzept

Diese Richtlinie enthält die Grundlagen/Prinzipien der Mindestanforderungen zur Flächenreinigung/-desinfektion, die zur Erarbeitung von Desinfektionsplänen und Arbeitsanleitungen dienen.  Die Beispiele mit den Anforderungen sind nicht vollständig. Sind aus logistischen/organisatorischen Gründen Anpassungen notwendig, dürfen diese in Bezug auf Reinigung oder Desinfektion nur von "Reinigung zu Desinfektion" erfolgen und nicht umgekehrt.

Grundlagen

Flächenreinigung - tägliche Unterhaltsreinigung

  • Patienten-, Untersuchungszimmer
  • Nebenräume von interventionellen Bereichen
  • Nicht-medizinische Bereiche

Flächendesinfektion

Entsprechend des Risikos für Patienten/Personal erfolgt eine Flächendesinfektion 

  • Definierte Bereiche/Flächen/Gegenstände/Geräte mit einem erhöhten Übertragungsrisiko
  • Gezielte Desinfektion bei Kontamination mit potentiell infektiösem Material (Blut/Körperflüssigkeiten)
  • Schlussdesinfektion bei Patientenwechsel/-austritt von Pat. mit Kontakt-, Kontakt-Tröpfchenisolation

Methode

  • Die Desinfektion erfolgt in Form einer Wischdesinfektion

Flächendesinfektionsmittel

  • Nicht alkoholische Produkte: Standardprodukte zur grossflächigen Desinfektion sowie zur Desinfektion bei sichtbar kontaminierten Flächen
  • Alkoholische Produkte (z.B. Ethanol 70%): Für kleine, optisch saubere Flächen geeignet (bei Verunreinigung mit Körpersekreten vorherige Reinigung notwendig)
  • Produkte siehe Desinfektionsmittellisten Spitäler

Reinigung

Entfernung sichtbarer Verunreinigungen (z.B. Schmutz, Staub, organisches Material) mit gleichzeitiger Beseitigung eines grossen Anteils von Mikroorganismen. Der Reinigungseffekt wird durch die mechanische Reinigungskomponente und schmutzlösende Wirkung von Reinigungsmittel oder durch die Oberflächenstruktur des Reinigungstuches (Mikrofaser) erzielt.

Desinfektion

Weitgehende oder vollständige Eliminierung (Abtötung/Inaktivierung) von Mikroorganismen mittels Desinfektionsmittel.

  • Gezielte Desinfektion: Sofortige Desinfektion von Flächen/Gegenständen bei Kontamination mit (potentiell) infektiösem Material

  • Tägliche/laufende Desinfektion: Unterhaltsreinigung in Form einer Desinfektion bei erhöhtem Risiko einer Erregerübertragung in Risikobereichen und bei definierter Isolation (z.B. Norovirus), inkl. Desinfektion von patientennahen Geräten/Utensilien durch das medizinische Personal

  • Schlussdesinfektion: Desinfektion von Flächen/Gegenständen bei einer Kontakt-/Kontakt-Tröpfchenisolation nach Entisolation/Entlassung des Patienten

Hinweis

  • In der obigenTabelle sind die Mindestanforderungen bzgl. Reinigung und Desinfektion von Flächen (medizinische Geräte, Mobiliar, Boden) beschrieben. Sind aus logistischen/organisatorischen Gründen Anpassungen notwendig, dürfen diese nur  von "Reinigung zu Desinfektion" erfolgen und nicht umgekehrt.
  • Zuständigkeiten: Es gelten die spitalinternen Regelungen bzgl. der Durchführung der Reinigung/Flächendesinfektion (Reinigungs- oder Pflegepersonal)
  • Produkte siehe Desinfektionsmittellisten Spitäler

Umgang mit Desinfektionsmittel

Produkte siehe Desinfektionsmittellisten Spitäler

  • Handschuhe evtl. Schutzbrille tragen (Haut- und Augenkontakt vermeiden)
    • Massnahmen nach Kontakt mit Konzentrat: Sofortiges Spülen unter fliessendem Wasser, bei Augenkontakt (mind. 10-15 min.) Augendusche , evtl. Kontaktaufnahme mit Augenarzt/Personalärztlichem Dienst

  •  Konzentrat zur Herstellung gebrauchsfertiger Lösung
  • Haltbarkeit von Konzentrat und gebrauchsfertiger Lösung beachten (siehe Desinfektionsmittelliste)
  • Gebrauchte Lösungen über das reguläre Abwasser entsorgen
  • Abgelaufene Konzentrate in die Apotheke/Zentrallager zurückgeben

Wischdesinfektion

  • Abreiben der Fläche mit einem mit Flächendesinfektionsmittel getränkten Tuch oder Desinfektionsmittel auf Fläche geben und mit Tuch verteilen
  • Fläche vollständig benetzen
  • Fläche abtrocknen lassen, nicht nachtrocknen
  • Wiederbenutzung der Fläche, sobald sichtbar trocken
    • Die Inaktivierung der Erreger findet während der Abtrocknung statt, Trockenreiben oder Abspülen unterbrechen die Desinfektion
    • Entfernen von optisch störenden Schlieren mit klarem Wasser erst nach Abtrocknen des Desinfektionsmittels
  • Reinigungstuch nach Gebrauch entsorgen oder in die Wäsche geben (gemäss hausinterner Regelung)

Produkte siehe Desinfektionsmittellisten Spitäler

Elektronisches Dosiergerät

Bezug der gebrauchsfertigen Lösung (Bedienung gemäss Herstellerangaben)

  • Kontrolle der eingestellten Dosierstufe (bei Anwendung von verschiedenen Konzentrationen)
  • Mindestentnahmemenge beachten: Gesamte Menge in Gebinde einfüllen
  • Gerätestörungen/Veränderungen der Lösung  der Technik melden
  • Mind. jährliche Wartung durch autorisiertes Personal (Service-Vertrag/Technik)

Siehe auch Mitgeltende Dokumente

Herstellung in Apotheke

  • 500/1000 ml Flaschen (KSSG/STGAG)

Haltbarkeit/Standzeiten

GebindeDetails
Eimer
  • Verwendung max. 1 Arbeitstag, Reinigung/Desinfektion vor Wiederbefüllung

Befüllbare Tuchspendersysteme (trockene Vliestuchrollen)

  • Haltbarkeit/Einsatz max. 28 Tage, Entsorgung Resttücher nach Ablauf Standzeit
  • Beschriftung: Produktname, Konzentration, Ansetzdatum, Haltbarkeit, Kürzel, Charge
  • Deckel bei Nichtgebrauch schliessen
  • Detaillierter Umgang/Aufbereitung Behälter gemäss hausinterner Regelung (Siehe auch Mitgeltende Dokumente)
500/1000 ml Flaschen
  • Verfalldatum/Haltbarkeit/Standzeiten auf Flasche beachten
  • Entsorgung der leeren Flaschen
Desinfektionsmittelgetränkte Wipes/Desinfektionstücher (Dosen/Weichverpackung)
  • Zur Schnelldesinfektion kleiner Flächen (siehe Desinfektionsmittellisten Spitäler)
  • Haltbarkeit gemäss Herstellerangaben
  • Aufbereitung Spenderdose:
    • Desinfektion mit Ethanol 70% vor Wiederbefüllung
      • Ganze Dose bei Nachfüllen der Tücher ohne Umverpackung
      • Deckel, Aufsatz bei Nachfüllen der Tücher mit Umverpackung
    • Entsorgung bei gröberer Verschmutzung und Defekten
Vorgetränkte, verpackte Mehrwegreinigungs-/Desinfektionstücher
  • Maximale Lagerungszeit beachten (interne Regelung)