Influenza (Saisonale Grippe)

Indikationen

Während der epidemischen Grippesaison (gemäss Informationen Infektiologie/Spitalhygiene) bei allen neueintretenden und stationären Patienten bei Auftreten von

  • Fieber (> 37.7°) oder Fiebergefühl und akute respiratorische Symptomen oder Myalgien/Kopfschmerzen/Fatigue

Diagnostische Tests KSSG

  • Bei klinischem Verdacht auf Influenza
    • Nasopharyngealabstrich (e-Swab)--> Influenza A/B Schnelltest (Alere®, isothermale Nukleinsäureamplifikation)
  • Bei neg. Schnelltest und hohem klinischen Verdacht / schwere Erkrankung
    • Nasopharyngealabstrich (e-Swab) --> Multiplex-PCR auf respiratorische Viren

Abstriche

  • Nasopharynxabstrich
    • Abstrichmaterial (e-Swab)

    •  Influenza A/B Schnelltest oder falls negativer Schnelltest und hoher klinischer V.a. Influenza--> Multiplex-PCR respiratorische Viren

    • Technik s. "Probengewinnung"

    • Formular Erregernachweis ZLM mit gelbem Studienkleber "Influenza KSSG"

    • Mit Patientenkleber versehen

    • Mit üblichem Transport ins IKCH, Haus 04 (Rorpost 0451)

Link Informationsblatt für Abteilungen

Therapie

Indikationen

Übersicht Indikationen für antivirale Therapie mit Oseltamivir

 AmbulantHospitalisation wegen Influenza oder nosokomiale Influenza
Auftreten der SymptomeOhne RF*Mit RF*Mit oder ohne RF*
<24hAnbieten°IndiziertIndiziert
24-48hKeine IndikationIndiziertIndiziert
>48hKeine IndikationKeine IndikationIndiziert

*Risikofaktoren für komplizierten Influenzaverlauf

  • Alter < 2 und >65
  • Schwangerschaft und postpartal (2 Wochen)
  • Schwere Allgemeinerkrankung (s. CDC)
  • BMI ≥40

°Kosten werden von der Krankenkasse nicht übernommen

Behandlung

  • Oseltamivir 2x75 mg/d für 5d
  • Evaluation antibakterielle Therapie

Tröpfchenisolation

Entisolation

  • Bei Fieber, nach 24 Stunden afebril (ohne fiebersenkende Medikamente); bei fehlendem Fieber bis 5 Tage nach Symptombeginn
  • Achtung: Schwere Immunsuppression, Säuglinge/Kinder nur nach Rücksprache mit Infektiologie/Spitalhygiene

Zonenisolation während epidemischer Phase

Wenn immer möglich soll der Patient in einem Einzelzimmer tröpfchenisoliert werden!

Falls kein Einzelzimmer verfügbar ist, kann der Patient auch in einem 2- oder Mehrbett-Zimmer in einer „Isolierzone“ hospitalisiert werden. Wenn möglich, sollten keine Patienten mit schwerer Immunsuppression, schwerer respiratorischer/kardialer Grunderkrankung oder Schwangere im selben Zimmer mit dem Influenzapatienten hospitalisiert werden.

Massnahmen bei zonenisolierten Patienten

  • Gelbes Türschild wird am Bett/in der Isolierzone angebracht
  • Evt. seitliche Vorhänge zur Zonentrennung nutzen
  • Pat. hält sich an seinem Platz auf (im/beim Bett), auch beim Essen
  • Falls Pat. sich von seinem Platz entfernen muss, trägt er eine chir. Maske
  • Personal: Chir. Maske beim Patienten und Standardmassnahmen
  • Besucher: Tragen chir. Maske und bleiben am Pat.-platz / in Isolierzone. Händedesinfektion beim Verlassen des Zimmers

Massnahmen bei Mitpatienten

  • Mitpatienten: Abstand zum isolierten Pat./zur Isolierzone halten und tragen KEINE chir. Maske
  • Personal: Standardmassnahmen
  • Besucher: Halten Abstand zur Isolierzone; keine weiteren Massnahmen

Meldung

Mehrjähriges mehrphasiges Projekt am KSSG, Standort St. Gallen mit dem Ziel der Verhinderung von nosokomialer Influenza und der Entwicklung einer multimodalen Intervention. Details siehe Projektportal KSSG (interner Link).