Tiefe Venenthrombose und Lungenembolie

Epidemiologie und Risikofaktoren 

Die jährliche TVT-Inzidenz beträgt über alle Altersgruppen hinweg 1–2 pro 1000 Personen. Bei über 70-Jährigen liegt die Inzidenz bei 1–2 pro 100 Personen.
Ca. 90% der TVT beginnen im Unterschenkel. Ungefähr 25% der unbehandelten distalen TVT führen zu einer proximalen TVT. Die Ausdehnung einer distalen TVT in eine proximale TVT erfolgt meistens innerhalb einer Woche nach der ersten Präsentation.

Der Zusammenhang mit den Lungenembolien wird dort abgehandelt. Die Assoziation des Rauchens mit dem Risiko einer TVT oder LE ist nachgewiesen (Odds Ratio 1.43). Die Risikoerhöhung ist dosisabhängig. Bei Rauchen und Einnahme von oralen Kontrazeptiva (OK) besteht ein ca. 9-fach erhöhtes Risiko (Odds Ratio 8.8). Mit zunehmendem Übergewicht steigt auch das Thromboserisiko ziemlich linear an (Odds Ratio ca. 2.0 bei einem BMI von 30). Adipositas und OK steigern das Risiko massiv (Odds Ratio 23.8 gegenüber Normalgewichtigen ohne OK). 

Vortestwahrscheinlichkeit für das Vorliegen einer TVT

Das Abschätzen der Vortestwahrscheinlichkeit ist unabdingbar zur Beurteilung der Diagnostik bei der TVT. Der Wells Score  ist ein gebräuchliches Hilfsmittel dafür. Allerdings darf dieses im Vergleich zur integralen klinischen Beurteilung eines erfahrenen Arztes nicht überschätzt werden. 

D-Dimer-Test 

Die empfindlichen D-Dimer-Tests (ELISA) eignen sich aufgrund ihrer hohen Sensitivität zum Ausschluss von Beinvenenthrombosen. Wegen der geringen Spezifität genügt ein positiver D-Dimer-Test nicht zum Nachweis eines thromboembolischen Geschehens. Ein positiver D-Dimer-Test genügt auch in Kombination mit einer hohen Vortestwahrscheinlichkeit nicht für die Diagnose einer TVT, sondern es muss ein bildgebendes Verfahren angeschlossen werden. Generell wird bei hoher Vortestwahrscheinlichkeit – auch ohne vorgängige Bestimmung der D-Dimere – direkt eine Bildgebung empfohlen. Ein negativer D-Dimer-Test schliesst bei klinisch nicht hoher Vortestwahrscheinlichkeit eine tiefe Beinvenenthrombose aus.

Kompressionsultraschall der Beinvenen  

Die Kompressionssonographie in den Händen eines geübten Untersuchers mit einem hochauflösenden Gerät ist heute das diagnostische Mittel der Wahl. Sie hat die Phlebographie als Gold-Standard zum Nachweis einer TVT weitgehend abgelöst. 

Therapie 

Oberflächliche Thrombophlebitis, Varikothrombose

Thrombus/Entzündung nahe der Crosse/tiefes Venensystem: volle Antikoagulation max. 12 Wochen; Thrombus/Entzündung ≥ 5 cm lang und fern von Crosse/tiefem Venensystem: 45 Tage Fondaparinux oder NMH in prophylaktischer Dosis. Bei kleinem Befund (< 5 cm) und fern von Crosse/tiefem Venensystem: Kühlung, Kompression, NSAR lokal oder p.o. und klinische Verlaufskontrolle.

Isolierte distale Venenthrombose

Bei der isolierten distalen (unterhalb V. poplitea) TVT ohne schwere Symptome und ohne Risikofaktoren für eine Ausdehnung (positiver D-Dimer-Test, Nähe zu proximalen Venen, Thrombose > 5 cm lang oder mehrere Venen betreffend, > 7 mm Durchmesser, kein auslösender Risikofaktor, aktive Krebserkrankung, Anamnese von TVT oder LE, Hospitalisation) empfehlen wir serielle sonographische Verlaufskontrollen während 2 Wochen. Bei schweren Symptomen, Risikofaktoren für eine Ausdehnung oder sonographisch nachgewiesener Extension wird analog einer proximalen TVT behandelt. 

Proximale tiefe Beinvenenthrombose TVT

Bei der proximalen TVT unterscheidet sich die antithrombotische Therapie nicht von derjenigen von Lungenembolien (siehe Antithrombotische Therapie bei TVT und LE). 

Kompressionstherapie 

Die Kompressionstherapie (initial mit Kurzzugbinden und nach Abschwellung mit Unterschenkel-Kompressionsstrümpfen der Klasse II) soll möglichst früh begonnen und im Fall einer proximalen Thrombose (ab V. poplitea) für mind. 2 Jahre weitergeführt werden. Diese Empfehlung wird durch eine viel diskutierte Studie im Lancet 2014 in Frage gestellt. Bei distalen TVT und Muskelvenenthrombosen Dauer der Kompressionstherapie nach Massgabe der Stauungsbeschwerden, da das postthrombotische Syndrom in dieser Situation seltener auftritt. 

Mobilisation 

Die jährliche Inzidenz liegt bei ca. 50 – 100 pro 100’000 Menschen. Die Mortalität liegt ohne Behandlung um 30%, mit Behandlung bei 9–11%. Das Risiko für die Entwicklung einer chronischen thromboembolischen pulmonal-arteriellen Hypertonie (CTEPH) nach unprovozierten Lungenembolien beträgt ca. 1.5%. 

Zusammenhang zwischen tiefer Beinvenenthrombose und Lungenembolie

Ca. 90% der LE sind Folge einer TVT (Autopsiebefunde). Bei akuten, symptomatischen Lungenembolien finden sich mittels Kompressionsultraschall nur in 30–50% (–70%) Beinvenenthrombosen. Dieser Nachweis ist aber mit einer erhöhten Mortalität assoziiert.

Risikofaktoren für Lungenembolien 

Die Risikofaktoren entsprechen denjenigen für TVT (siehe primäre und sekundäre Risikofaktoren). 

Diagnostik der Lungenembolie 

Beurteilung der klinischen Stabilität 

Bei Verdacht auf LE muss als erster Schritt evaluiert werden, ob der Patient im Schock ist und damit gemäss der Abb. 2 vorgegangen werden muss. In solchen Fällen ist die Vortestwahrscheinlichkeit per se schon hoch. Stabile Patienten werden gemäss Abb. 3 abgeklärt. Bei hoher Vortest- wahrscheinlichkeit und negativem Lungenembolie-CT ist eine LE trotzdem möglich und die Situation muss genau analysiert werden.

Vortestwahrscheinlichkeit  

Die Vortestwahrscheinlichkeit ist unabdingbar zur Beurteilung der Diagnostik bei LE. Dafür sind der modifizierte Genfer Score und der Wells Score gebräuchliche Hilfsmittel (siehe Tabelle "modifizierter Genferscore" und "Wells-Score"). Allerdings dürfen diese im Vergleich zur integralen klinischen Beurteilung eines erfahrenen Arztes nicht überschätzt werden. 

Modifizierter Genfer Score und Wells-Score

Risikostratifizierung bei LE

Pulmonary Embolism Severity Index (PESI)

D-Dimer-Test 

Der D-Dimer-Test eignet sich aufgrund seiner hohen Sensitivität und der geringen Spezifität nur zum Ausschluss von Lungenembolien. Der Grenzwert von 500 μg/l kann bei einem Alter über 50 Jahren mit der Formel Alter x 10 μg/l angepasst werden. Ein negativer D-Dimer-Test schliesst bei tiefer und mittlerer Vortestwahrscheinlichkeit eine LE mit klinisch genügender Sicherheit aus.
Eine hohe Vortestwahrscheinlichkeit und ein positiver D-Dimer-Test genügen nicht für die Diagnose einer LE. Bei hoher Vortestwahrscheinlichkeit wird von der Durchführung eines D-Dimer-Tests abgeraten und direkt ein bildgebendes Verfahren empfohlen. 

Kompressionsultraschall der Beinvenen 

Der Nachweis einer tiefen Beinvenenthrombose genügt bei entsprechenden Symptomen zum Nachweis von Lungenembolien. Mit Durchführung eines Kompressionsultraschalls vor dem Lungenembolie-CT können ca. 10% der CTs gespart werden. 

Ventilations- und Perfusionsszintigraphie 

Diese Untersuchungsmethode kommt nur noch bei unauffälligem konventionellem Röntgenbild der Lunge und bei Kontraindikationen (schwere Niereninsuffizienz, Anaphylaxie auf KM) für ein LE-CT in Frage. Eine normale Perfusionsszintigraphie der Lungen schliesst Lungenembolien mit klinisch genügender Wahrscheinlichkeit aus (negativer Vorhersagewert = negative predictive value 97%) und kann deshalb evtl. in der Schwangerschaft hilfreich sein. 

Thoraxsonographie 

Bei schwerer Kontrastmittelallergie, schwerer Niereninsuffizienz oder Schwangerschaft kann eine Thoraxsonographie in geübten Händen diagnostisch hilfreich sein. Pleuranahe dreieckige oder gerundete Defekte sind Zeichen von peripheren Lungenembolien, finden sich aber auch bei zentralen Lungenembolien (sog. «Signalembolien»). Beim Nachweis von mind. zwei subpleuralen Läsionen im Lungenparenchym werden eine gepoolte Sensitivität von 80% und eine Spezifität von 93% angegeben. 

Lungenembolie-Computertomographie (LE-CT) 

Heute ist das multislice spiral CT (Mehrzeilen-Spiral-CT) der Gold- Standard zum Nachweis oder Ausschluss von segmentalen oder proximalen Lungenembolien (negativer Vorhersagewert ca. 99%). Der Nachweis von isolierten subsegmentalen Lungenembolien ist mit Mehrzeiler- CTs häufiger, die klinische Bedeutung dieses Befundes aber noch ungeklärt. 

Algorithmus LE bei Patienten im Schock

Algorithmus LE bei hämodynamisch stabilen Patienten

Therapie

Bei hämodynamischer Instabilität ist eine dringende, rasche Wiedereröffnung (mittels Thrombolyse, kathetertechnischer Fragmentierung oder Embolektomie) der Pulmonalarterien die allenfalls lebensrettende Massnahme. Bei weniger schweren Fällen geht es in erster Linie um eine rasch zu beginnende Antikoagulation zur Verhinderung der Progression des thrombotischen Prozesses und zur Verhinderung von Rezidiven. 

 

  • Bei hoher Vortestwahrscheinlichkeit für eine LE wird die Therapie (Heparin-Bolus oder 1. Dosis des NMH) vor der Vervollständigung der Diagnostik eingeleitet. 
  • Bei unfraktioniertem Heparin (UFH) und niedermolekularem Heparin (NMH) ist eine regelmässige Thrombozytenkontrolle notwendig wegen der Möglichkeit einer Heparininduzierten Thrombopenie (HIT). 
  • Bei Niereninsuffizienz (geschätzte glomeruläre Filtrationsrate eGFR < 30 ml/Min.), schwerem Übergewicht oder geplanter Reperfusion wird die PiCT-gesteuerte*, kontinuierliche Gabe von unfraktioniertem Heparin empfohlen.

* Steuerung der Heparinisierung gemäss hausinternen Richtlinien (im KSSG nach PiCT, in anderen Spitälern nach aPTT, Anti-Faktor-Xa-Aktivität etc.) 

Antithrombotische Therapie bei TVT und LE

Dauer der Antikoagulation bei TVT und LE

Das Vorliegen einer laborchemisch charakterisierten Thrombophilie bei einer provozierten Thrombose hat – mit Ausnahme des Antiphos- pholipid-Antikörper-Syndroms – in den meisten Fällen keinen Einfluss auf die Dauer der Antikoagulation.
Bei einem unprovozierten Zweitereignis ist mit und ohne Nachweis einer laborchemischen Thrombophilie die zeitlich unlimitierte orale Antikoagulation empfohlen. 

TVT untere Extremität

Bei allen Patienten ist immer das Risiko einer Blutung unter Antikoagulation gegen das Risiko einer Thromboembolie ohne Antikoagulation abzuwägen.
Bei hohem Blutungsrisiko nach einem ersten oder zweiten unprovo- zierten thromboembolischen Ereignis, das eine Fortführung der Antikoagulation über drei Monate hinaus nicht rechtfertigt, ist Apixaban (2x 2.5mg/d) oder Aspirin 100 mg/d (mit geringerem Nutzen als eine OAK) gegenüber keiner antithrombotischen Therapie zu evaluieren. 

Thrombolyse 

Ein Schock mit nachgewiesener rechtsventrikulärer Dysfunktion ist eine klare Indikation für eine Thrombolyse. Die Thrombolyse bei intermediär- hohem Risiko (vgl. Tab. 4, Risikostratifizierung bei LE) wird diskutiert. Beim Nachweis von mobilen rechtsventrikulären Thromben muss eine Thrombolyse resp. eine kathetertechnische oder chirurgische Embolektomie erwogen werden. 

Kontraindikationen für eine Thrombolyse

Thrombolyseschemata

Vorgehen bei Kontraindikationen für eine Thrombolyse 

  • Schwere rechtsventrikuläre Dysfunktion -> Katheterfragmentierung durch die invasiven Radiologen
  • Kardiogener Schock -> Verlegung auf die MIPS -> Einbau einer VA-ECMO (veno-arterielle extrakorporale Membranoxygenierung) -> Katheterfragmentation oder Verlegung zur Embolektomie
  • Bei beobachtetem Herzstillstand und unmittelbar begonnener Reanimation -> Einbau einer VA-ECMO in der Notfallstation durch ein Team der MIPS  -> Katheterfragmentation oder Verlegung zur Embolektomie

Implantation eines Filters in die Vena cava inferior

Die Einlage eines Cava-Filters kann indiziert sein bei Kontraindikation für eine Antikoagulation, bei rezidivierenden LE trotz suffizienter OAK, bei einem Polytrauma mit hohem Thromboembolierisiko, ausnahmsweise perioperativ bei frischer TVT und erhöhtem Blutungsrisiko mit passagerer Kontraindikation für eine Antikoagulation. 

Die Implantation eines Cava-Filters sollte Einzelfällen vorbehalten sein und restriktiv gehandhabt werden. Prinzipiell macht die Einlage eines Cava-Filters die Antikoagulation nicht unnötig (Appositionsthromben auf Filter). Die Antikoagulation soll auch mit einem Cava-Filter so rasch wie möglich begonnen werden. Es sind entfernbare Systeme zu verwenden. 

Bettruhe

Bei hämodynamisch stabilen Patienten ohne rechtsventrikuläre Dysfunktion ist keine Immobilisierung erforderlich. Sobald eine rechtsventrikuläre Dysfunktion vorliegt, soll in den ersten Tagen eine Überwachung unter stationären Bedingungen erfolgen; ggf. bei «gelockerter» Bettruhe. 

Die prospektive OTPE-Studie bestätigte, dass Patienten mit einem PESI Klasse ≤ II (siehe Tab. 5, PESI) auch ambulant behandelt werden können. 

Malignomsuche

Bei einer unprovozierten Thrombose oder Lungenembolie wird bei 3–15% ein Malignom gefunden. Eine beschränkte diesbezügliche Diagnostik (Anamnese, klinische Untersuchung, Routine-Hämatologie und -Chemie) wird empfohlen, wobei jedoch nicht nachgewiesen ist, dass dadurch Mor- bidität oder Mortalität gesenkt werden kann. Allenfalls Vervollständigung der anerkannten primärpräventiven Untersuchungen (Mammographie, gynäkologische Untersuchung, PAP-Abstrich, Koloskopie usw.). Weiterführende Diagnostik (Thorax-Röntgen, Abdomensonographie, CT, Endo- skopien, Tumormarker usw.) nur bei entsprechenden Verdachtsmo- menten, insbesondere bei jüngeren Patienten nach Ausschluss einer Thrombophilie. 

Gerinnungsabklärung/Thrombophilie-Abklärung 

Akutabklärung 

  • Bei familiärer Belastung mit Antithrombin- oder Protein-C-Mangel (hier ist eine Substitution zu erwägen: Beizug eines Spezialisten)
  • Bei einer erneuten Thrombose unter Heparin oder NMH muss sofort ein HIT gesucht werden.

Abklärung ca. 4 Wochen nach Beendigung der Antikoagulation, falls 

  • Thromboembolie ohne ersichtlichen Grund und Alter < 40 Jahre
  • Rezidivierende Thromboembolien
  • Familiäre Belastung mit Thromboembolien oder Thrombosen an ungewöhnlichen Orten
  • Neue Thrombose unter Antikoagulation
  • Thrombose während der Schwangerschaft
  • Thrombose und Abortneigung

Generell sollten in der Akutphase einer Thromboembolie keine funktionellen Untersuchungen erfolgen, da die zu untersuchenden Gerinnungsfaktoren durch die Thromboembolie verbraucht werden können und dies dann ohnehin eine zweite Untersuchung notwendig macht (Ausnahme AT-III-Bestimmung bei hohem Heparin-Bedarf). Genetische Tests können unter Heparinisierung und unter Vitamin-K-Antagonisten durchgeführt werden, jedoch sind diese deutlich teurer als die funktionellen Screening- Methoden. 

Gerinnungsanalysen ca. 4 Wochen nach Beendigung der oralen Antikoagulation

APC-Resistenz und/oder Faktor-V-Leiden, Prothrombin-Genmutation, Protein C, Protein S, Antithrombin-Aktivität, Lupus Antikoagulans, Anticardiolipin-Antikörper. Bei einem initial normalen Protein-C-System-Test kann auf die Bestimmung von Protein C und von der APC-Resistenz bzw. die Suche nach einer Faktor-V-Leiden-Mutation verzichtet werden. 

Bei relevant erhöhtem Risiko für ein Rezidiv 

Die OAK wird abgesetzt und sogleich eine Thromboseprophylaxe begonnen (z.B. mit 1x täglich Enoxaparin [Clexane] 1 mg/kg KG sc). Nach 3 Wochen wird das niedermolekulare Heparin gestoppt, am Tag nach dem Stopp erfolgt die Blutentnahme für die Thrombophilie-Abklärung (bei Niereninsuffizienz muss im Zweifelsfall die Anti-Xa-Aktivität – zum Nachweis der fehlenden NMH-Wirkung – bestimmt werden). Dann Wiederaufnahme der Prophylaxe bis zum Vorliegen der Laborresultate und Festlegen des weiteren Prozederes. Bei Unklarheiten Rücksprache mit Hämatologen/Gerinnungsphysiologen. 

 

Rechtsventrikuläre Thromben

Bei echokardiographischem Nachweis von flottierenden Thromben im rechten Ventrikel (mit einer hohen frühen Letalität) wird eine Thrombolyse oder Embolektomie empfohlen. 

Schwangerschaft 

Die Inzidenz thromboembolischer Ereignisse beträgt 0.76 bis 1.72 pro 1000 Schwangerschaften. Der D-Dimer-Test ist in der Schwangerschaft physiologisch (leicht) erhöht und hilft deshalb nur weiter, wenn er nicht erhöht ist.
Zur Diagnose resp. zum Ausschluss einer TVT oder LE können bei Bedarf und nach Ausschöpfen der sonographischen Möglichkeiten auch radio- diagnostische Untersuchungen – ohne signifikantes Risiko für den Fötus – durchgeführt werden. Um die Strahlenbelastung für die Mutter zu minimieren wird eher eine Perfusionsszintigraphie (ohne Ventilations- szintigraphie!) als ein LE-CT empfohlen. Während der Schwangerschaft Therapie mit NMH oder Heparin, postpartal mit Phenprocoumon (Marcoumar, auch bei Stillen erlaubt) für mind. 3 Monate. 

Auch in der Schwangerschaft soll jeder Verdacht auf Lungenembolie definitiv geklärt werden. Dazu gehört bei Notwendigkeit auch ein Lungenembolie-CT. 

Maligne Erkrankungen 

Bei Malignomen treten gehäuft thromboembolische Ereignisse auf. Hier wird zuerst eine Therapie mit NMH (in therapeutischer Dosis) für 3 bis 6 Monate empfohlen, danach entweder Weiterführung der NMH oder Umstellung auf eine orale Antikoagulation. 

Armvenenthrombose bei Zentralvenenkatheter oder Port-à-Cath 

Antithrombotische Therapie wie bei TVT. Funktionierende, korrekt liegende, nicht infizierte Katheter können weiter benutzt werden. Weiterführung der antithrombotischen Therapie, solange ZVK oder Port-à- Cath in situ und 6–12 Wochen über die Entfernung derselben hinaus. 

Dr. Markus Diethelm, Stv. Chefarzt, Allgemeine Innere Medizin/ Hausarztmedizin
Dr. Ulf Benecke, Klinikleiter, Angiologie
Dr. Lukas Kern, Leitender Arzt, Pneumologie

Dr. Gian-Reto Kleger, Klinikleiter, Medizinische Intensivstation Prof. Dr. Joseph Osterwalder, Chefarzt, Zentrale Notfallaufnahme Prof. Dr. Wolfgang Korte, Chefarzt, Zentrum für Labormedizin Prof. Dr. Hans Rickli, Chefarzt, Kardiologie
Prof. Dr. Simon Wildermuth, Chefarzt, Radiologie