ZIKA-Virus

  • Zika Virus ist eine durch Mücken übertragene Virus-Erkrankung, die erstmals in Uganda 1947 bei Rhesusaffen nachgewiesen wurde. 1952 wurden in Uganda und Tanzania die ersten Übertragungen auf Menschen festgestellt.
  • Seit 2007 gibt es regional begrenzte Ausbrüche (SE-Asien, Polynesien), seit Anfang 2015 wird in Lateinamerika ausgehend von Brasileine eine Epidemie mit bislang >1.5 MIo Erkrankten beobachtet.
  • Das Zika Virus gehört zu den Flaviviren, wird vor allem durch Stiche der Gelbfiebermücke (Aedes aegypti)  übertragen. Eine Uebertragung von Mensch zu Mensch über Körperflüssigkeiten ist denkbar und für Sexualkontakte in Einzelfällen beschrieben.
  • Inkubationszeit 2-12d, max 3wk
  • Häufig asymtomatisch (80%)
  • Unspezifische Symptome: Fieber, makulopapuläser Ausschlag, Artralgien, Konjunktivitis
  • In aller Regel selbstlimiterend nach 3-7d, schwere Verläufe sehr selten
  • Komplikationen:
    • Es gibt starke Hinweise, dass eine congenitale Infektion mit Zika-Virus eine Mikrozephalie des Neugeborenen verursachen kann, Details hinsichtlich der bandbreite der möglichen Schädigung, des Pathomechanismus und des vulnerablen Zeitraums während der Schwangerschaft sind noch unklar
    • Ob es eine (whs.geringe) Häufung des Guillain-Barré-Syndroms gibt ist ebenfalls wahrscheinlich, es wird noch debattiert

 

Patienten mit klinischem Verdacht (oder durchgemachte Klinik anamnestisch)

Patient oder Sexualpartner in letzten 3 Wo in ZIKA Endemiegebiet

  • Symptombeginn <7d: PCR aus Serum und Urin
  • Symptombeginn 8-28d: Serolgoie aus Serum, PCR aus Urin
  • Symptome >28d Serologie (IgG/IgM) aus Serum (Ausschlussdiagnostik)

KSSG: Probenversand an ZLM: Versand an Speziallabor durch ZLM

Reiserückkehrer aus Endemiegebiet mit schwangerer Sexualpartnerin

  • Sexuelle Übertragung von Zika-Virus von asymptomatischen Männern noch nie beobachtet (höchst unwahrscheinlich)
  • Bei grosser Angst oder St. n. möglicher Zika-Erkrankung: Serologie (IgG/IgM)

Aufenthalt in Endemiegebiet WÄHREND Schwangerschaft

  • symptomatisch: siehe oben
  • Ohne Symtome
    • primär Sonographie an spezialisertem Zentrum,
    • Serologie bei typischen Auffälligkeiten (Rücksprache Infektiolgie) siehe CDC-Schema

Interpretation Serologie

  • Kreuzreaktion mit anderen Flaviviren (Dengue, Gelbfieber etc.)
  • bei St. n. Gelbfieberimpfung: falsch pos. Resultate möglich!
  • Eine spezifische Behandlung gibt es nicht.
  • Da fast immer milde Verläufe symptomatische Therapie soweit überhaupt notwendig.
  • NSAR und insbesondere Aspirin vermeiden solange Dengue-Fieber nicht ausgeschlossen!
  • Reisemedizinische Beratung allgemein vor Reisen in dei Tropen, speziell in Endemiegebiete
  • Mückenschutz
  • Schwangere Frauen wird aktuell abgeraten in Endemiegebiete zu reisen, wenn unvermeidbar Intensiver Mückenschutz und vorgängig Beratung
  • Konsequente Anwendung von Kondomen 28d nach Rückkehr aus Endemiegebieten, bei Sex mit Schwangeren mindestens 3 Monate