Ambulante intravenöse Antibiotikatherapie OPAT am KSSG

  • Intravenöse Antibiotikatherapien verlängern häufig die Hospitalisationsdauer bei Patienten bei denen keine weiteren Gründe für eine Hospitalisation mehr bestehen.
  • OPAT: outpatient parenteral antibiotic treatment
    • In vielen Ländern routinemässig eingesetzt und ist für viele Indikationen erwiesenermassen wirksam und sicher
  • Die häufigsten Indikationen
    • Knocheninfekte mit und ohne Fremdkörper
    • Endovaskuläre Infekte
    • Exazerbationen bei zystischer Fibrose
    • Abszesse
    • Infekte mit resistenten, nur parenteral behandelbaren Erregern
    • und viele mehr.
  • Die Verabreichung erfolgt in der Regel im infektiologischen Ambulatorium oder auch selbständig durch die Patienten, durch die Spitex und in Ausnahmefällen in anderen Ambulatorien unter infektiologischer Mibetreuung

Die Auswahl geeigneter Patienten erfolgt grundsätzlich im Rahmen des infektiologischen Konsiliardienstes. Folgende Kriterien müssen erfüllt sein.

  • Klare infektiologische Diagnose, keine alternative perorale antibiotische Therapie
  • Klinische Stabilität, keine anderweitige INdikation für Hospitalisation
  • Stabiles soziales Umfeld
  • Fähigkeit und Wunsch die notwendigen ambulanten Konsultationen auf sich zu nehmen

Die Schnittstelle zwischen stationärer Betreuung und ambulanter Weiterbehandlung ist kritisch und erfordert eine gute Kommunikation!

Kontinuierliche Infusion über Elasomerpumpe (Braun easy-pump, 270ml Volumen, 10ml/h):

  • Tazobac (stabil im Kühlschrank 4d)
  • Floxapen (stabil im Kühlschrank 7d)
  • Penicillin G (stabil im Kühlschrank 7d)

Die  Pumpen werden in der Spitalapotheke vorbereitet und müssen 24h vorher  per Fax oder email bestellt werden. (Link zum Bestellformular). Die Pumpen können vor Applikation in der Apotheke geholt werden bzw. nach Rücksprache auch mit der täglichen Lieferung erfolgen, allerdings muss die Kühlkette gewährleistet sein (Kühlschrank)

Als einmal tägliche Infusion

  • Ceftriaxon (Rocephin)
  • Daptomycin (Cubicin)
  • Ertapenem (Invanz)
  • Teicoplanin (Targocid)
  • ggf. ergänzend Aminoglycosid

Dies wird in der Regel in Kooperation mit Hausärzten oder anderen nachbetreuenden Institutionen durchgeführt.

 

Für einmal täglich i.v. zu applizierende Antibiotika

  • Butterfly bevorzugt (Infektprävention, Patientenkomfort)

Kontinuierliche Applikation via Pumpe

  • Port-A-Cath
  • PICC-Line (peripherally inserted centralvenous catheter) 

Welches der geeignetere Zugang ist muss von Fall zu Fall festgelegt werden. Bei sehr prolongierten (mehrere Montate) Therapien ist whs. ein Port-A-Cath vorzuziehen, während bei einer geplanten Dauer von einigen Wochen ein PICC geeigneter scheint.

Die Einlage der PICC erfolgt durch die Anästhesie (Anmmeldung s.u.)

Herstellerinformationen der aktuell am KSSG eingesetzten PICC-Line, für die Antibiotikatherapie ist grundsätzlich nur die einlumige Vaiante zu gebrauchen.

  • mindestens 1-2x wöchentlich ambulante klinische Kontrollen im infektiolgischen Ambulatorium
  • Organisation Wundbehandlung etc. muss geklärt sein (bei uns, zuweisende Klinik, Spitex und/oder Hausarzt)
  • mindestens 1x wöchentlich Laborverlauf Toxizität (je nach Antibiotikum) und Entzündungszeichen
    • Aminoglykoside: Creatininkontrolle 2x/wk, Talspiegelkontrolle, Hörtest
    • Daptomycin: CK kontrollienren mind 1x/wk und bei Muskelschmerzen

 

Indikationsstellung

Festlegung dass die intravenöse Antibiotikatherapie ambulant weitergegeben werden kann: Behandelndes Aerzteteam gemeinsam mit infektiologischem Konsiliardienst

Zuständig für OPAT auf der Infektiolgie M. von Kietzell (intern 2761) bzw. W. Albrich (intern 2653)

Venöser Zugang

  • Port-A-Cath: Anmeldung über Chirurgie
  • PICC-Line:
    • Aktuell Pilotphase am KSSG, Anmeldung an Daniel Braun per email, Einlage erfolgt dann nach individueller Rücksprache in der OP-Vorbereitung
    • Rechtzeitige Anmeldung nötig
    • Ambulante PICC-Einlagen während Pilotphase nur in Ausnahmefällen möglich. Es ist zwingend ein tagesstationäres Bett zu organisieren (Einlage erfolgt in OP-Vorbereitung).

Organisatorisches

Festlegung wer die Antibiotika verabreichen soll: Hausarzt, Spitex, infektiolgisches Ambulatorium. Geeignete Patienten können  den Pumpenwechsel auch selbst machen.

Anmeldung infektiologisches Ambulatorium

Alle Patienten mit ambulanter intravenöser Antibiotikatherapie über ein Pumpensystem müssen regelmässig im infektologischen Ambulatorium gesehen werden. Anmeldung dort und erste Terminvereinabrung mit diesem Formular

Bestellung Antibiotikapumpen

Die Antibiotikapumpen müssen mindestens 24h im voraus bestellt werden: Link zum Formular

Information

  • Bei Entlassung mündliche Information des Patienten über mögliche Komplikationen und Abgabe des Informationsblattes
  • Vor Austritt Information des Hausarztes über das Procedere, auch wenn in OPAT nicht direkt involviert