Anforderungen an die Verfügbarkeit der Händedesinfektionsmittelspender und Schutzmaterialien in stationären und ambulanten Bereichen

Standardmassnahmen

Die Standardmassnahmen werden im Umgang mit allen Patienten durchgeführt. Sie beinhalten – als wichtigste Massnahme – die hygienische Händedesinfektion nach den 5 Indikationen der WHO sowie die korrekte Verwendung der Schutzmaterialien: Handschuhe, chirurgische Maske, Schutzbrille und Überschürze bei Kontakt mit Körpersekret und Körperflüssigkeiten (PPE: Personal protective equipment).

Damit die Standardmassnahmen durchgeführt werden können, müssen folgende Bedingungen erfüllt sein:

  • Händedesinfektionsmittel (HD)-Spender müssen in genügender Anzahl, gut sichtbar und frei zugänglich vorhanden sein
  • Handschuhe müssen in den am häufigsten verwendeten Grössen in (Wand-)Halterungen gut sichtbar und frei zugänglich vorhanden sein
  • Abhängig vom zu erwartenden Gebrauch müssen chirurgische Masken, Schutzbrillen und Überschürzen im Zimmer oder im Lager auf der Abteilung vorhanden sein

Die Festlegung der Ausstattung erfolgt auf Abteilungsebene unter Einbezug der Spitalhygiene.

Varianten der Bereitstellung

  • Fix montierte Wandspender
    • Standardhöhe Montage 130-135 cm (Boden bis Oberkante Spendergehäuse)
    • Nicht in Nähe bzw. neben Sterilgut platzieren (Spritzer!)
  • Flexibel montierbare (Wand)-Spender
    • z.B. Montage an Visitenwagen/Verbandwagen
  • Variierbare Halterungen für Flaschen mit Pumpe
    • z.B. an Bettgestell, Infusionsständer, Nachttisch, Verbandwagen
  • Kittel-Flaschen
    • In Manteltasche mitführen oder mit Gürtelclip befestigen
    • Befestigung mit Bändel oder Halterung z.B. an Visitenwagen, Bettgestell
  • Freistehende / mobile Spender
    • z.B. für Mehrbettzimmer, Behandlungsräume

Standorte / Anzahl Händedesinfektionsmittelspender

Grundsatz: HD-Spender müssen gut sichtbar und frei zugänglich vorhanden sein (nicht im Spiegelschrank!). Platzierung in Patientennähe unter Berücksichtigung der Arbeitsabläufe.

  • Patientenzimmer
    • 1-2 Betten: Mindestens 1 HD-Spender
    • > 2 Bett-Zimmer: Mindestens 2 HD-Spender, davon 1 HD-Spender in Türnähe, zusätzlich mobile Spender in Betracht ziehen. Standort des zweiten HD-Spenders unter Einbezug der Spitalhygiene definieren.
  • Verbands-, Untersuchungs-, und Blutentnahmewagen
    • Wahlweise HD-Spender, Händedesinfektionsmittelflasche mit Pumpe in flexibel montierbarer Halterung oder kleine Flasche
  • Patienten-WC in und ausserhalb Patientenzimmer
    • 1 HD-Spender; bei zu engen Platzverhältnissen muss ein HD-Spender unmittelbar vor dem WC platziert sein
  • Medikamentenplatz
    • 1 HD-Spender, evtl. Spender mit Pumpe unmittelbar beim Richtplatz
  • Behandlungs- / Untersuchungszimmer
    • Mindestens 1 HD-Spender (z.B. bei der Türe)
    • 1 HD-Spender an medizinischen Geräten z.B. EKG, Ultraschall (in Patientennähe)
  • Stationsbüro
    • Aus spitalhygienischer Sicht nicht erforderlich
  • Arbeitsräume / Ausguss
    • Mindestens 1 HD-Spender im Ausguss, Nähe Steckbeckenautomat
  • Korridorbereich
    • Bei einer idealen Verfügbarkeit des Händedesinfektionsmittels (Nutzung aller Möglichkeiten) sind HD-Spender im Korridor aus spitalhygienischer Sicht nicht notwendig

Standorte / Anzahl Händedesinfektionsmittelspender (HD-Spender)

Grundsatz: HD-Spender müssen gut sichtbar und frei zugänglich vorhanden sein (nicht im Spiegelschrank!). Platzierung in Patientennähe unter Berücksichtigung der Arbeitsabläufe.

Intensivstation

  • Patientenplatz: Mindestens 1 HD-Spender pro Bett / Dokumentationswagen
  • Richtplatz für Medikamente: Mindestens 1 HD-Spender
  • Verbands-, Untersuchungs- und Blutentnahmewagen: HD-Spender, Händedesinfektionsmittelflasche mit Pumpe in flexibel montierbarer Halterung oder kleine Flasche
  • Schleuse (Unter-/Überdruckzimmer): 1 HD-Spender

Interventionelle Untersuchungsbereiche

  • HD-Spender in Arbeits- und Patientennähe, mindestens 1 HD-Spender im Überwachungsbereich

Ambulanter Bereich / Sprechstundenzimmer

  • 1 HD-Spender
WasVerfügbarkeit und Standort
Handschuhe
  • In allen Patientenzimmern
  • In Untersuchungs- und Behandlungszimmern sowie in Arbeitsbereichen, in denen der Kontakt mit Körperflüssigkeiten jederzeit möglich ist
  • Verfügbarkeit muss sichtbar und frei zugänglich sein (nicht im Schrank lagern)
  • Am häufigsten verwendeten Grössen bereitstellen
  • Wandhalterung in Nähe eines HD-Spenders anbringen (Kontamination durch Spritzer durch entsprechende Positionierung vermeiden)
Chirurgische Maske, Schutzbrille
  • Je nach Bedarf (mögliche Exposition von Blut/Körperflüssigkeiten/respiratorischen Tröpfchen ins Gesicht) im Patienten-, Untersuchungszimmer (z.B. Pflegeschrank) oder im Lager auf der Abteilung
Überschürze / Mantel
  • Je nach Bedarf (möglicher Kontakt mit Körperflüssigkeit an Armen/Körper) im Patienten-, Untersuchungszimmer (z.B. Pflegeschrank) oder im Lager auf der Abteilung
  • Ein Um- oder Neubau bietet die Gelegenheit, während der Bauplanung für die Platzierung / Bereitstellung der Händedesinfektionsmittelspender und PPE einen optimalen Standort in den Patientenzimmer/Untersuchungsräumen einzuplanen, die den beschriebenen Anforderungen entsprechen
  • Dies ist in Form eines standardisierten Platzes möglich, z.B. als bauliche Nische oder integriert in einen „halboffenen“ Schrank. Insbesondere Händedesinfektionsmittel-Spender und Handschuhe müssen immer sichtbar, d.h. nicht verdeckt platziert werden
  • Ein frühzeitiger Einbezug der Spitalhygiene bei der Planung ist anzustreben