Verabreichung Rituximab (Rixathon®) bei MS und anderen neurologischen Indikationen

Aufgebot der Patienten per Sekretariat Neurologie. Betreuung der Patienten in der Tagesklinik durch die Assistenzärzte der Tagesklinik, die Supervision der MS Patienten durch die Oberärzte der MS-Sprechstunde (Stefanie Müller: 1805; Jochen Vehoff: 1655).

  • Eintrittsblock DIM
  • Immunstatus und CD20 und CD19+ Lymphozyten Differenzierung (Hämatologie-Formular, Immunstatus von Hand ergänzen mit CD 19 und 20, EDTA-Blut) vor Infusion 1. und 2., danach bei der ersten Infusion des jeweiligen Zyklus.
  • Vor der allerersten Infusion zusätzlich Bestimmung von Gesamt-IgG im Serum
  • Laborwerte müssen NICHT abgewartet werden.

Venflonanlage durch Pflege. Grundinfusion 500 ml NaCl 0,9 %, Infusionsbesteck „Onco Set Y“, inkl. Dreiwegehahn für Prämedikation.

Bestellung des Medikamentes in der Apotheke.

  • Das Medikament ist in der Apotheke vorrätig und wird über Zytostatika-Anforderungsblatt bestellt.
  • Anmeldeformular nach Visite Arzt (AZ? Klinisch Hinweise auf Infekt?) faxen an Nr. 6308
    • Chemotherapie Verordnungsblatt im Intranet → Spitalapotheke → Bestellformulare → Anforderung für zentrale Zytostatika Zubereitung ZZZ oder im MS-Ordner unter Rituximab zu finden.
  • Rixathon® 500 mg Ampullen (Dosis oft 1g, aber nicht uniform).
  • CAVE: zumal es 2 Infusionsschemata gibt, sind auch 2 Anforderungs-Vorlagen für die Apotheke vorhanden. „Normales Schema“ für Infusionen 1. + 2. sowie „schnelles Schema“ ab Infusion 3.
  • 5 mg Levocetricin p.o (mind. 30min vor Infusionsbeginn)
  • 1g Paracetamol p.o (20min vor Infusionsbeginn)
  • Solumedrol 125 mg als Kurzinfusion (über 10 Min.) (Ausnahme: Patienten mit oraler Dauersteroidtherapie erhalten kein Solumedrol)

Allererste Infusion:

  •    Die empfohlene initiale Infusionsgeschwindigkeit beträgt 50 mg/h; sie kann nach den ersten 30 Minuten stufenweise alle 30 Minuten um 50 mg/h auf einen Höchstwert von 400 mg/h gesteigert werden. Verabreichungsdauer: 4 Stunden und 15 Minuten

Infusionsgeschwindigkeit (1000 ml NaCl 0.9 % + 1 g Rixathon = 1 mg / ml):                                                                                  

  • 0 - 30 min.: 50ml/h
  • 30 - 60 min.: 100ml/h
  • 60 - 90 min.: 150ml/h
  • 90 - 120 min.: 200ml/h
  • 120 - 150 min.: 250ml/h
  • 150 - 180 min.: 300ml/h
  • 180 - 210 min.: 350ml/h

2. Infusion:

  • Weitere Infusionen von Rixathon können mit einer Infusionsgeschwindigkeit von 100mg/h begonnen werden. Steigerung nach folgendem Schema bis zu einem Höchstwert von 400 mg/h: 

Infusionsgeschwindigkeit:    (1000 ml NaCl 0.9 % + 1 g Rixathon = 1 mg / ml)                                                                                                                                      

  • 0 - 30 min.: 100ml/h
  • 30 - 60 min.: 200ml/h   
  • 60 - 90 min.: 300ml/h
  • 90 - 120 min.: 400ml/h

Ab 3. Infusion

  • Begonnen wird dabei mit einer Infusionsgeschwindigkeit von 250 mg/h in den ersten 30 Minuten und anschliessend mit einer Geschwindigkeit von 600 mg/h über die nächsten 90 Minuten. Wird die Infusion über 2 Stunden vertragen, kann diese Infusionsgeschwindigkeit bei den weiteren Infusionen und Zyklen beibehalten werden. Für diese Verabreichungsvariante wird empfohlen, eine Infusionslösung mit einer Konzentration von 4 mg/ml in einem Volumen von 250 ml herzustellen (entspricht 1 g Rituximab auf 250 ml fertige Infusionslösung).

Infusionsgeschwindigkeit:    (250 ml NaCl 0.9 % + 1 g Rixathon = 4 mg / ml)                                                                                   

  • 0 - 30 min.: 62.5 ml/h
  • 30 - 120 min.: 150 ml/h   

Anwesenheit des Arztes resp. Infusionsstart bei der allerersten Infusion, danach durch Pflege nach Rücksprache mit dem Arzt. Verantwortlich ist der Tagesklinik-Assistenzarzt. Nach Infusionsstart ist der Arzt nicht anwesenheitspflichtig

Der Arzt, der die Infusion startet, muss erreichbar sein bei Problemen (z.B. allergische Reaktionen) während und nach der Therapie (Suchernummer hinterlegen).

 

Akute Nebenwirkungen können sein:

  • Dyspnoe
  • Bronchospasmus
  • Kehlkopfödem
  • Hyper-/ Hypotonie
  • Fieber
  • Schüttelfrost
  • Juckreiz
  • Exanthem
  • Ödeme
  • bis hin zur anaphylaktischen Reaktion

Besonderes Augenmerk auf allergische Reaktionen des Patienten richten, wie  z.B. juckender Hautausschlag, Schwellungen im Gesicht/ Hals, Schwierigkeiten beim Atmen

Medikamente gegen allergische Reaktionen in greifbarer Nähe halten

Notfalltherapie ggf. mit Tavegyl 2mg unverdünnt i.v. und SoluMedrol 125 mg i.v. als Kurzinfusion, evtl. zusätzlich Adrenalin 0.1 mg i.v. bei schwersten Reaktionen.

 

Vor Infusion: Patient überwachen (BD, P, T, AZ)
Während Infusion:

  • Die ersten 20 Minuten der allerersten Infusion muss die Pflegende beim Patient bleiben und ihn beobachten
  • während der Infusionstherapie Überwachung (BD, P, AZ) bei jeder Erhöhung der Dosis.
  • Treten bei der Infusion allergische Reaktionen oder andere Infusionsreaktionen auf, Infusion sofort abstellen und Arzt informieren

Nach Infusion: Den Patienten bei Ende der Infusion noch einmal überwachen (BD, P, T, AZ), er bleibt noch für eine Stunde auf Station, der i.v. Zugang muss erhalten bleiben, dabei nur noch AZ-Kontrolle.

Bei Reanimation entsprechend den Reanimations-Richtlinien vorgehen.
Bei schweren anaphylaktischen Reaktionen muss frühzeitig - vor Kreislaufinstabilität - eine stationäre Überwachung und Therapie gewährleistet werden (MIPS).