Indikationenliste NIPS

In der NIPS werden Patienten mit erhöhtem Bedarf an neurologischer Überwachung und wie auch erhöhtem Bedarf der Überwachung und Therapie der Vitalparamter aufgenommen. Dies beinhaltet die engmaschige allgemeine und neurologische Überwachung (allgemeine Scores zur Abschätzung des Bewusstseins, GCS, neurologische Scores, NIH-SS, mini-NIHSS), Überwachung von Sauerstoffsättigung (Pulsoxymetrie), Herzrhythmus, arteriellem Blutdruck (nicht-invasiv, invasiv) und des intrakraniellen Drucks mittels parenchymatöser oder intraventrikulärer Sonde.

Kriterium für die Zuordnung auf die MIPS, NIPS resp. Normalstation sind Ausmass der vitalen Gefährdung (Vitalparameter), neurologische Komplexität des Krankheitsbildes, Qualitätsansprüche an die Überwachung, Antizipieren von Komplikationen nach operativen Eingriffen und Interventionen.

Beispiele:

  • Schwer kontrollierbare Herz-Kreislauffunktionen, respiratorische Insuffizienzen und vergleichbare Krankheitsbilder mit schwer reduzierten Vitalparametern indizieren für die MIPS;
  • Ischämische und hämorrhagische Schlaganfälle (i. S. der Komplexbehandlung von Schlaganfällen) sowie andere neurovaskuläre Krankheitsbilder mit neurologisch determinierter Prognose indizieren primär für die NIPS;
  • Relativ stabile vitale und neurologische Zustandsbilder indizieren für die Normalstation.

Ischämische zerebrovaskuläre Störungen resp. Krankheiten in der Akutphase:

  • Überwachung nach systemischer und intraarterieller Thrombolyse primär (oder nach initialer Therapie auf der MIPS), 24 – 72 Std.
  • akuter Schlaganfall, Zeitfenster <24 Std.
  • akuter Schlaganfall, Zeitfenster >24 Std mit erhöhtem Überwachungsbedarf (hohes Rezidivrisiko, neurologisch fluktuierend, Gefahr von Komplikationen)
  • rezidivierende TIA, TIA und ABCD2-Score > 4, TIA bei Gefässstenose (z.B. Carotisstenose), TIA mit Abnormität im Perfusions-CT u/o DWI-MRT
  • akuter Schlaganfall kompliziert durch ungünstige Faktoren wie Pneumonie, Herzinsuffienz, Verdacht auf intermittierende Tachyarrhythmie, Schluckstörungen mit hoher Aspirationsgefahr, Tendenz zu hypertensiver Entgleisung (je nach Schweregrad Verlegung auf die MIPS), multiple kardiovaskuläre Risikofaktoren, Dissektion, entgleistem Diabetes
  • Schlaganfall im subakuten Stadium, der sich im Rahmen der unter 5. genannten Faktoren verschlechtert hat
  • Sinusthrombose/zerebrale Venenthrombose
  • epileptische Anfälle im Rahmen eines akuten Schlaganfalles
  • postoperative resp. -interventionelle Patienten nach Carotisendarterektomie, Carotisstent oder intrakraniellem Stent
  • nicht-operationsbedürftige intrakranielle Blutungen, GCS > 9, stationärer neurologischer Befund, SAB, Subduralhämatom
  • Delir nach Schlaganfall

Indikationen ausserhalb der Schlaganfallmedizin (nur in Ausnahmefällen bei genügend Platz):

  • nicht-neurovaskuläre, neurologische Krankheiten: z.B. Guillain Barré Syndrom, Myasthenia gravis, etc. mit der Notwendigkeit engmaschiger Überwachung
  • rezidivierende epileptische Anfälle, postiktale Phase nach Krampfanfällen