Ventro- und dorsogluteale Injektionstechnik

Diese Anleitung zeigt die korrekte Lokalisation der Einstichstelle, damit weder Blutgefässe noch der N. ischiadicus verletzt werden. Es existieren verschiedene Methoden. Wir verwenden die Technik nach Hochstetter.

  • Patient liegt in linker Seitenlage (resp. rechts)
  • Lokalisation durch linke Hand (resp. rechte)
  • Handballen auf Trochanter legen (s. Bild unten)
  • Zeigefinger auf Spina illiaca anterior
  • Mittelfinger abspreizen, auf Crista illiaca legen
  • Injektionsgebiet (Musculus gluteus medius) liegt am Punkt wo Zeige- und Mittelfinger verbunden sind.

Ventrogluteale Einstichstelle für i.m. Injektion

Eine Video-Anleitung (youtube, deutsch) findet sich hier

Die ventrogluteale Injektionstechnik wird zur intramuskulären Injektion grosser Volumina verwendet und wird von der dorsoglutealen Injektion (oberer lateraler Quadrant) unterschieden.

Hauptsächliche Verwendung:

  • hochdosierte Gabe von Benzathin-Penicillin i.m. verwendet (je 1.2 Mio. zweiseitig oder 2.4 Mio. IE einseitig)
  • Hyperimmunserum (HBV)                                     

Bei >5ml zweiseitige Injektion empfohlen (Schmerzen)

Die dorsogluteale Injektionstechnik wird nicht empfohlen:

  1. Bei ungenügender Erfahrung des Behandlers (Ischiasnerv)
  2. Bei adipösen Patienten (Gefahr subkutaner Injektion)
  3. Bei Kindern ist die dorsogluteale Injektion prinzipiell kontraindiziert!
  4. Bei Volumina >5 ml pro Injektion
  • Patient liegt in Bauchlage
  • Lokalisation durch gedankliche Aufteilung der Gesässhälften in je vier Quadranten
  • Injektionsgebiet (Musculus gluteus maximus) ist der obere laterale Quadrant

upper lateral quadrant for dorsogluteal injection

  • Bei pulverförmigen Zubereitungen: Aufziehen mit 6ml Lidocain und 2ml aqua ad inj.
  • Arbeiten gemäss allgemeinen Hygienerichtlinien
  • Auffinden der Einstichstelle siehe oben
  • Desinfektion der Einstichstelle
  • Benzetacil® : Anwärmen und Emulsion in der Spritze und Rollen in der Handfläche verringert das Risiko des Verstopfens der Nadel
  • Punktion mit rosaroter Nadel tief (ganze Länge) am Einstichort
  • Aspiration (Blutgefäss?)
  • Langsame aber kontinuierliche Injektion mit neuer Nadel für beide Injektionen (damit die kristalline Flüssigkeit nicht Nadel verstopft)
  • Bei beiden Injektionsvarianten wird die zweiseitige Gabe (je 1.2 M IE) aufgrund des geringeren Schmerzes bevorzugt.