Desensibilisierung (bei Antibiotika-Allergie)

  • Momentane Toleranzerhöhung, KEINE andauernde Desensibilisierung!
  • Antibiotikum kann nur  für diese Behandlung ohne Therapieunterbruch gegeben werden!
  • Nach Absetzen besteht die Allergie weiterhin --> ggf. erneute Desensibilisierung notwendig

Vorbereitung

  • Patient auf Intensivstation überwachen
    • Blutdruck, Puls, EKG
  • Bereithalten von Antihistaminika, Steroiden, Adrenalin, AmbuBeutel und Sauerstoff
  • Alle Beta-Blocker vorher absetzen (inkl. Augentropfen)
  • i.v.-Zugang offen halten mit 1000ml NaCl
  • Patient am Monitor
  • Ausgangs-Spirometrie falls klinich Obstruktion vorbestehend
  • Nach der letzten Dosis, soll Patient noch 60 Minuten überwacht werden!

 Desensibiliserung 

  • Grundsätzlich sind p.o. Schemata vorzuziehen
  • Nach abgeschlossener Desensensibilisierung.: Antibiotische Therapie ohne Unterbruch weiterfahren
  • Achtung: Für jede Verdünnung neue Spritze verwenden!

Allergische Reaktionen

  • Etwa 1/3  milde vorübergehende allergische Reaktion (meist kein Therapieabbruch nötig)
  • Bei leichter allergischer Reaktion (Pruritus, flüchtige Urtikaria, Rhinitis, obstruktiver Auskultationsbefund)
    • Gleiche Dosis nach 15' wiederholen  bis keine Symptome mehr auftreten
    • Bei Isoniazid und Rifamipicin: Gleiche Dosis nach 30' wiederholen  bis keine Symptome mehr auftreten
  • Bei schwereren Symptomen (BD-Abfall, Larynxödem, Asthma): 
    • Symptomatische Therapie, und allenfalls mit 1/10 der Dosis weiterfahren.

Literatur

  • Sullivan TJ. Drug allergy. In Middleton/Reed/Ellis: Allergy, Principles and Practice, 4th Ed, 1993:1523-34
  • Holland et al Rapid oral desensitization to Isoniazid and Rifampicin; Chest 1990;98(6):1518
  • Rapid oral desensitization to trimethoprim-sulfamethoxazole; CID 1995;20:849-53 (Gluckstein and Ruskin)